Die Kinder im Mittelpunkt beim Treffpunkt Feuerwehr
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Winnenden (heg). Kinder löschen mit einem Original-Strahlrohr Feuer und sind damit beschäftigt, Kleingetier aus Baumwipfeln zu retten. Wenn der viel verwendete Begriff „Erlebnis“ passt, dann zur Kindererlebniswelt beim Treffpunkt Feuerwehr. Die Kinder waren Feuer und Flamme für die Höhenrettung, konnten kaum genug kriegen vom Schubkarrenrennen oder Gerätetauchen.
Das Konzept, die Kinder „nah an die Praxis heranzuführen“, wie Stadtjugendfeuerwehrwart Daniel Bahner sagt, scheint aufgegangen zu sein. Ein Teddy sitzt auf einem lila Hocker und wartet auf seine Befreier, die sich ihm krabbelnd nähern. „Die haben sich sehr viel Mühe gegeben“, meint Familie Dach aus Neustadt: „Mit zwei Jungs, da muss man hin, wenn die Feuerwehr so was macht.“ Fabian ist drei, Florian sechs Jahre alt, beide haben als angehende Feuerwehrleute alle Hände voll zu tun. „Teddyrettung“ bildet im Rauchhaus das kindgerechte Pendant zur Personenrettung.
Wie in einem Labyrinth fühlt sich auch ein Feuerwehrmann, wenn Rauch die Sicht blockiert. „Man muss auf allen vieren krabbeln und sich immer am Vordermann ausrichten“, beschreibt Albrecht Schurr einen Fall, den er und sein Projektteam in Form eines Strohballen-Labyrinths nachgestellt haben. Die Kinder tragen eine Maske und können nicht sehen, wo der Teddy sitzt; sie müssen sich tastend vorarbeiten.
„Jetzt brauche ich nur noch drei“, ruft ein Junge, geht alle Stationen auf seiner Teilnahmekarte einzeln durch, setzt Häkchen dort, wo er schon Punkte gesammelt hat. Gerätetauchen: abgehakt. Kriechtunnel: Der war auch super. Wasserstechen: „Da wird man ganz nass dabei.“ Das Tolle: „Ich kann mit dem Wasser direkt was löschen.“
Mit viel Liebe einen kindgerechten Stationenweg gebaut
Mit viel Liebe und Detailtreue hat ein Team aus der Aktivenwehr einen kindgerechten Stationenweg ersonnen und erbaut, der Feuerwehrpraxis erlebbar macht. Angegurtet balancieren Kinder über einen Schwebebalken, um ein Plüschäffchen von einem Baum zu retten: Sollten sie ausrutschen, fallen sie weich in ein Original-Rettungskissen, in das vermutlich viele einmal einfach so reinspringen würden.
Viel Begeisterung fürs Reinspringen herrscht auch beim Gerätetauchen: Ein Junge wirft sich in den weichen Untergrund aus Styroporstücken, steckt wie ein Flamingo zuerst den Kopf in den leise raschelnden Haufen, danach verschwindet er für kurze Zeit ganz und taucht weiß beflockt aus der Tiefe wieder auf. In den Händen hält er allerlei technische Feuerwehrgeräte, die er gefunden hat: Atemschutzmaske, Lampe und Strahlrohr.
„Es ist immer interessant, mit einem Feuerwehrauto mitzufahren, aber hier können die Kinder selbst etwas aktiv anpacken“, meint Kommandant Harald Pflüger, der umringt ist von kniehohen Steppkes, die in Feuerwehrmontur und Helm in knallroten Feuerwehr-Bobbycars an ihm vorbeiflitzen. „Schnell, Leon, es brennt“, ruft eine Stimme. Der Junge steht vom Bettchen auf, zieht Hose und die dunkelblaue schwere Feuerwehrjacke an, in der er versinkt wie kurz zuvor im Styroporbad. „Sieht süß aus, schön seht ihr aus“, rufen entzückt die Erwachsenen, während die Kleinen auf die Bobby Cars aufspringen, über eine Schwungtür und eine Rampe hinunter ins Freie schanzen und zum Einsatz am Holzhaus ausrücken. Ein Schreinermeister aus der Alterswehr hat das Holzhäuschen gebaut, in dem am laufenden Meter der Alarm losgeht - den schlägt übrigens eine echte Feuerwehrglocke aus dem Museumsbestand, die früher im Haus jedes Feuerwehrmannes gehangen habe, wie Harald Pflüger erzählt. Das Gasfeuer im Haus wird über einen Feuerübungstrainer gesteuert.
Die Kinder halten mit einer Kübelspritze drauf: „Das ist unser kleinstes Löschgerät“, erzählt Pflüger, es werde bei Kleinbränden genommen: wenn der Papierkorb oder der Adventskranz Feuer fängt - eben „wie im echten Feuerwehrleben“, wie Albrecht Schurr vom Projektteam sagt.
Projektteam mit einem Jahr Vorlauf
- Die Kindererlebniswelt beim Treffpunkt Feuerwehr ist neu, von Feuerwehrleuten kreiert, um Kinder Feuerwehrpraxis schnuppern zu lassen. Ein Projektteam um Albrecht Schurr hat vor einem Jahr
begonnen, sich zu überlegen, wie Kinder spielerisch an „echte“ Feuerwehrtätigkeiten herangeführt werden können. - Mit drei Fahrzeugen hat die Jugendfeuerwehr am Jugendhaus bei ihrer
Schauübung am Samstagnachmittag Brandbekämpfung und Personenrettung geübt. Nach der Übung haben die Jugendlichen ihren selbst gestalteten Raum in der Feuerwache bezogen und eingeweiht. Dort haben sie künftig ihr eigenes Reich mit Sitzecke, Schränken und einem Tischkicker für Aktionen und Treffen. - Der Treffpunkt Feuerwehr geht heute weiter. Es besteht die Möglichkeit, den Umgang mit Feuerlöschern zu üben. Feuerwehrleute
geben außerdem Tipps zum richtigen Verhalten bei Bränden und Gefahren im Haushalt.
Quelle: Winnender Zeitung vom 26.07.2010
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 Alarm! Es brennt! Da muss der Chef selber ran. (Bild: Pavlovic, Winnender Zeitung)  Etwas Mut braucht es schon, trotz des Gurtes, auf dem Weg über den Schwebebalken, um ein Plüschäffchen auf einem Baum zu retten. (Bild: Pavlovic, Winnender Zeitung)  Der Spielmannszug aus Leutenbach sorgte für die Unterhaltung. (Bild: Pavlovic, Winnender Zeitung) |
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