1950 - 1999

Zum 100-jährigen Bestehen im Jahre 1950 war die Feuerwehr Winnenden 80 Mann stark. Zum Jubiläum gab es eine eigene Festschrift und ein eigens dafür hergestelltes Festabzeichen. Am Sonntag den 25. Juni bewegte sich ein Festzug mit 40 Gruppen durch Winnenden. Ein heftiges Gewitter am Abend sorgte für ein schnelles Ende des Fests und leere Kassen. Das Fest wurde am Montag mit einem Feuerwerk im Stadtgarten beendet. Aufgrund des Jubiläums erhielt die Feuerwehr von der Stadtverwaltung unter großer Beteiligung der Bevölkerung  und der Bürgermeister der Nachbargemeinden ein TLF 15 der Firma Magirus übergeben. Nachdem auch in den anderen größeren Nachbargemeinden Tanklöschfahrzeuge beschafft wurden, richtete man in den Landkreisen Stützpunktfeuerwehren ein. Diese sollten in den Nachbarorten Löschhilfe leisten. Im damaligen Kreis Waiblingen waren dies die Feuerwehren Rudersberg, Schorndorf, Waiblingen, Welzheim und Winnenden. Im Jahre 1954 wurde ein neuer Kommandant gewählt, da Eugen Hilt im Herbst 1953 aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten war. Mit einer großen Mehrheit wurde unter 3 Bewerbern der bisherige Ausbilder Helmut Pflüger gewählt.  Und so übernahm die junge Generation die Leitung der Feuerwehr Winnenden. Aufgrund eines Beschlusses vom Regierungspräsidium wurde in Winnenden eine Katastrophenbereitschaft mit 25 Feuerwehrmännern gebildet, ihr Leiter war Helmut Pflüger.

Aufgrund der beengten Platzverhältnisse im Feuerwehrgerätehaus in der Schulstraße wurde im Gemeinderat ein Antrag gestellt ein neues Feuerwehrgerätehaus vorzusehen. Diesem Antrag stimmte der Gemeinderat 1954 zu. Doch der Plan wurde 1954 widerrufen und das alte Gerätehaus in der Schulstraße umgebaut.  Bis der gewünschte neubau verwirklicht werden konnte vergingen noch 18 Jahre.

Am 16. Februar 1973 verunglückte der erst 26 Jahre alte Feuerwehrkamerad und Schriftführer Paul Gerhard Fischer auf dem Weg zu einem Feuerwehreinsatz tödlich. Die Feuerwehr Winnenden verlor mit ihm einen Kameraden, der sein Amt gewissenhaft und zur vollsten Zufriedenheit erfüllte.

Am 8. September 1973 war es dann endlich soweit: Das neu erbaute Feuerwehrgerätehaus wurde durch die Stadtverwaltung der Feuerwehr Winnenden übergeben. Die Gesamtkosten betrugen 2,28 Mio DM. Anlässlich der Übergabe wurde ein Fest durchgeführt bei dem man der Bevölkerung die Möglichkeit bot das neue Feuerwehrgerätehaus zu besichtigen.

Mit der Eingliederung der Gemeinden Höfen, Hertmannsweiler, Baach, Breuningsweiler, Bürg, Hanweiler und Birkmannsweiler wurden deren bisher selbständigen Feuerwehren zur Feuerwehr Winnenden als Abteilungswehren angeschlossen. Bereits nach kurzer zeit gab es eine gute Zusammenarbeit zu der gemeinsame Übungen und Veranstaltungen zählten. So wurde auch das 125-jährige Jubiläum gemeinsam durchgeführt. 

Im Jubiläumsjahr 1975 hatte die Abteilung Stadt eine stärke von 72 Mann, aufgeteilt in 3 Züge mit je 2 Gruppen. Die Alarmierung war auf einem modernen Stand, denn ca. 80% der Feuerwehrleute der Abteilung Stadt konnten über Funkmeldeempfänger alarmiert werden. Die Abteilungen in den Ortsteilen wurden über Sirenen alarmiert, die im Winnender Feuerwehrgerätehaus ausgelöst werden konnten.

Die Feier zum Jubiläum fand in Form eines 5-tägigen Fests vom 5. - 9. Juni 1975 statt. In einer Vorbereitungszeit von 2 Jahren wurden alle Programmpunkte detailiert geplant. Trotz harter Arbeit mit Zeltaufbau, Bierausschank, Festzugaufstellung, historischer Übung uvm. war am Ende stolz auf das geleistete. Noch lange sprach man in Feuerwehrkreisen, aber auch in der Bevölkerung von einem gelungenem Fest.


Im August 1975 kam auf einen Teil der Feuerwehrmänner eine besondere Aufgabe zu. Aufgrund der verheerenden Waldbrände in Niedersachsen der Kräftezehrenden Einsätze der dortigen Feuerwehrmänner bat die Regierung Niedersachsens um Hilfe. Das Land Baden-Württemberg entschloss sich Hilfskräfte ins Waldbrandgebiet Lüneburger-Heide zu entsenden. Die Stadtverwaltung Winnenden wurde gebeten für diesen Einsatz den Kommandowagen und ein Tanklöschfahrzeug mit der nötigen Besatzung abzustellen. Noch am gleichen Abend bewegte sich ein Konvoi mit Feuerwehren aus dem süddeutschen Raum in das Waldbrandgebiet bei Celle. Unter der Leitung von Kreisbrandmeister Idler brachte dieser Einsatz vieles an Erfahrung insbesondere was Organisation und Zusammenarbeit mit anderen Einheiten betraf. Tagelang waren die Feuerwehrmänner bis zu 20 Stunden am Tag im Einsatz.

Aufgrund der neuen Platzverhältnisse, da nun auch Raum für kameradschaftliche Treffen zur Verfügung stand, wurde eine Altersabteilung gegründet. Da in Winnenden eine Katastrophenbereitschaft eingerichtet wurde hatte die Feuerwehr 1975 einen enormen Zulauf, besonders von Wehrdienstbefreiten erfahren. Dies führte dazu das es Ende 1975 einen Aufnahmestopp gab.

Zum großen Teil aus jungen Feuerwehrmännern wurde 1976 eine Kleinschleife für Verkehrsunfälle eingerichtet. Da die Feuerwehr Winnenden aber nur einen Vorausrüstwagen (VRW) vom Bund hatte, aber keine ausgereiften technischen Rettungsgeräte entschloss man sich eine Spendenaktion durchzuführen. Diese Aktion war ein voller Erfolg und es konnten die wichtigsten Geräte für die Ausrüstung des VRWs beschafft werden. In den folgenden Jahren wurden weitere Hilfeleistungsgeräte beschafft.

Nachdem etwa 90% der Feuerwehrmänner in der Abteilung Stadt mit Funkmeldeempfängern ausgestattet wurden und zusätzlich noch zwei Weckerlinieschleifen vorhanden waren konnten die öffentlichen Feuermelder abgeschafft werden. Ausserdem wirkte sich die Gruppenalarmierung nun kostensparend aus. Im Jahr 1979 wurde die Kreisalarmierung eingeführt. Dies führte zu einer Verkürzung der Alarm- und Ausrückezeiten.

1981 fand ein Tag des Rettungsdienstes statt bei dem verschiedene Rettungseinrichtungen den Besuchern ein eindruckvolles und abwechslungsreiches Progemm boten. Im gleichen Jahr fand auch die 800 Jahr Feier der Stadt Winnenden statt. Die Feuerwehr beteiligte sich mit mehreren Gruppen beim Festzug.

Die Ausrüstung der Abteilungen der Feuerwehr Winnenden wurde in den folgenden Jahren mit Funk- und Atemschutzgeräten deutlich verbessert. Ausserdem erhielt die Abt. Birkmanssweiler ein TLF 8 und die Abt. Hertmannsweiler ein LF 8. Die übrigen Abteilungen wurden mit TSF ausgestattet.


1982 wurde ein neuer stellvertretender Kommandant gewählt, da August Ellwanger sich nicht mehr für das Amt zur Verfügung stellten. Als Nachfolger wurden Harald Pflüger gewählt.

Ein Jahr später, 1983 erhielt die Feuerwehr zwei neue Fahrzeuge: Ein TLF 16 und einen Gerätewagen Säure/Öl, der vom Rems-Murr-Kreis beschafft wurde.

Im Jahr 1987 führte die Tour de France durch die Winnenden. Die Feuerwehr Winnenden übernahm im Auftrag der Landespolizeidirektion die Absperrmaßnahmen an der B 14 und im Stadtgebiet.

Ein Kommandantenwechsel fand im Jahr 1988 statt. Der dienstlängste Kommandant der Feuerwehr Winnenden Helmut Pflüger erklärte nach 34-jähriger ehrenamtlicher Dienstzeit als Kommandant seinen Rücktritt. Er wollte das Amt in jüngere Hände übergeben. Bei der Wahl an der Hauptversammlung wurde Harald Pflüger mit überwiegender Mehrheit zum neuen Kommandanten der Feuerwehr Winnenden gewählt. Als stellvertreter wurde Rudolf Greiner gewählt.

1989 schlug mehrmals ein Brandstifter in Winnenden zu. Unter andere brannte am 17. Dezmber as Möbellager der Firma Greiner mitten im Stadtzentrum ab. Dan des enormen Einsatzes der Feuerwehr Winnenden gelang es das Möbelhaus, ein Werkstattgebäude und einen angrenzenden Kindergarten zu sichern.

Gleich zwei neue Fahrzeuge wurden im Jahr 1990 beschafft. Die Abteilung Stadt erhielt ein Tanklöschfahrzeuge 16/25 und die Abteilung Birkmannsweiler ein Tanklöschfahrzeug 8/18. Ebenfalls wurden alle Atemschutzgeräte auf Überdruck umgestellt.

Im Jahr 1991 war sparen angesagt. Die Talsohle in den Finanzen der Stadt machte sich in Ausrüstung und Ausbildung unserer Wehr bemerkbar. Mit teilweise sehr unqualifizierten Beiträgen wurde Struktur und Kostenentwicklung im Gemeinderat diskutiert.

Anfang April 1992 verstarb völig überraschend unser Zugführer Manfred Fischer kurz vor seinem 40. Geburtstag.

Ein Wohnungsbrand in Höfen führte trotz schnell eingeleiteter Personensuche durch vier Atemschutztrupps zum Tod einer jungen Frau.

Im Jahr 1994 wurden bei einem großen Hochwasser in Winnenden beinahe 50 Gebäude überflutet. In Birkmannsweiler und Höfen musssten im selben Jahr zwei Großbrände bekämpft werden.

Zwei Brandeinsätze im Jahr 1995 stellten die Winnender Wehr vor besondere Aufgaben: Ein Brand in einem Supermarkt mit einem unerwarteten, aber verheerendem Flash-over. Ein Kellerbrand in einem Hochhaus bei dem ca. 100 Personen vor den Rauchgasen evakuiert werden mussten.

Bei einem Gefahrguteinsatz 1997 mussten zwei Chlorgasflaschen geborgen und zur weiteren Entsorgung in einem Castorbehälter verlastet werden.

1997 wurde Rudolf Greiner nach 40 Jahren aktivem Dienst, die letzten neun Jahre davon als stv. Stadtbrandmeister in den verdienten Feuerwehr Ruhestand versetzt. Seine Nachfolge trat ans Berger an.

Am 23. August 1997 wurde die Feuerwehr Winnenden um 4:18 Uhr zu einem Großbrand in einer Schreinerei mit angeschlossenem Wohngebäude alarmiert. Zwei Personen wurden von einem Balkon gerettet. Der über drei Etagen ausgedehnte Brand wurde in einem langwierigen und gefährlichen Einsatz bekämpft.

Bei der Wahl zum Stadtbrandmeister im Jahr 1998 wurde Harald Pflüger mit 133 von 140 Stimmen wieder zum Stadtbrandmeister gewählt.

Nach über 25 Jahren wurde der hauptamtliche Gerätewart Karl-Peter Schmidt in den wohlverdienten Vorruhestand verabschiedet.

Der Sturm Lothar forderte 1999 die Feuerwehr enorm. Insgesamt 169 Einsatzstellen wurden abgearbeitet. Hier galt es unter anderem Dächer abzudichten und umgestürzte Bäume von Straßen und öffentlichen Plätzen zu räumen.