Winnenden. Punkt 15.11 Uhr fährt das erste Einsatzfahrzeug der Feuerwehr mit Blaulicht und Martinshorn auf das weiträumige Gelände der Firma Schief an der Max-Eyth-Straße. Zügig folgen Fahrzeug auf Fahrzeug: Feuerwehr, Rotes Kreuz, Malteser, Polizei.
Zum Glück handelte es sich nicht um einen Notfall, lediglich um die gemeinsame Hauptübung, dieses Mal gemeinsam mit der firmeneigenen Betriebslöschgruppe, die über ein eigenes Einsatzfahrzeug verfügt, das mit aktiven und ehemaligen Feuerwehrleuten besetzt ist. Aus gutem Grund, wie Hausherr Michael Schief betont, schließlich handle es sich hier um einen Betrieb, in dem sehr viel brennen könne: Altpapierballen, Papierschnitzel aus der Aktenvernichtung, Holz, Abfall. Dies habe man vor zwölf Jahren schmerzhaft erfahren müssen. Deshalb sei der Betrieb brandschutztechnisch optimal abgesichert, deshalb arbeite man intensiv mit der Feuerwehr zusammen, und deshalb sei man froh, wenn die Hauptübung diesmal auf dem Firmengelände stattfinde. Denn „je besser die Feuerwehr sich hier bei uns auskennt, desto ruhiger kann ich nachts schlafen.“
Betriebslöschgruppe der Firma unterstütz die Wehr
Bei der Übung gilt es, wie Einsatzleiter und stellvertretender Kommandant Helmut Schirmer erläutert, folgende Herausforderung zu bewältigen: In der Papierhalle bricht ein Feuer aus. Durch den sich rasch ausbreitenden Rauch werden Menschen in den Sozialräumen und im Wiegehaus eingeschlossen. Die Feuerwehr rückt zur Unterstützung der Betriebslöschgruppe aus, wobei jede der drei Abteilungen zum Einsatz kommt. Die Abteilung Zipfelbach rettet die im Wiegehaus Eingeschlossenen; die Drehleiterbesatzung baut einen Sprungretter auf und bekämpft den Brand auf dem Dach der Papierhalle. Die Abteilung Stadtmitte birgt die in den Sozialräumen und in der Papierhalle Eingeschlossenen und bekämpft das Feuer. Die Abteilung Buchenbach sorgt dafür, dass sich der Brand nicht auf die Nachbargebäude ausbreitet. Mitglieder der DRK-Ortsgruppe Winnenden sowie des Malteser Hilfsdienstes errichten eine Verletztensammelstelle, in der die Geretteten versorgt werden.
Wie selbstverständlich die Zusammenarbeit klappt, wie präzise die Übung abläuft, davon können sich die zahlreichen Zuschauer – darunter Kreisbrandmeister René Wauro – die an diesem Samstag durchaus erwünscht und von Mitgliedern der Alterswehr betreut werden, ein eigenes Bild machen. Alt-Oberbürgermeister Karl-Heinrich Lebherz begeistert sich „an der Professionalität und Schlagkraft der Wehr, der ich als Ehrenfeuerwehrmann und über das Feuerwehrmuseum nach wie vor eng verbunden bin. Die Neuorganisation in drei Abteilungen stellt einen gewaltigen Sprung nach vorn dar. Sie wurde von der Feuerwehr selbst initiiert und verwirklicht, als richtiger Schritt in die Zukunft.“
Es sei wichtig gewesen, die vorhandenen Kräfte zusammenzufassen und den Feuerwehrangehörigen einen attraktiven Dienst in einer großen Abteilung zu ermöglichen, merkt auch Stadtrat Richard Fischer an. Wie erfolgreich diese Neuorganisation verlaufe, davon könne man sich bei dieser Übung sehr gut überzeugen. „Dadurch wurde nicht nur sichergestellt, dass die Feuerwehr rechtzeitig da ist, wenn man sie braucht, sondern auch, dass ihr immer genügend Einsatzkräfte zur Verfügung stehen.“ Friedhelm Veigel lobt ebenfalls den Einsatz von Feuerwehr, DRK und Maltesern. Nachdem er seinen Posten als stellvertretender Polizeirevierleiter Anfang März angetreten hatte, sei die Übung für ihn eine sehr gute Gelegenheit, weitere Sicherheitsdienstleiter nicht nur aus Winnenden, sondern auch aus den Nachbargemeinden persönlich kennenzulernen.
Quelle: Winnender Zeitung vom 03.04.2017
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