Applaus für Harald Pflüger

20.02.17 - 09:12 - Martin Frank
Kommandant der Winnender Gesamtwehr kündigt seinen Abschied an / Mitglieder bezeugen Respekt und Verbundenheit
Winnenden. Die Jahreshauptversammlung der Winnender Wehr war geprägt von Wehmut, aber auch von tosendem Applaus, der von Anerkennung und Dank nur so strotzte. Denn Kommandant der Gesamtwehr Harald Pflüger kündigte sein Scheiden an.

„Dies war mein 29. und vermutlich letzter Jahresbericht, in dem von mir Rechenschaft über alle erbrachten Leistungen der Feuerwehr Winnenden im vergangenen Jahr berichtet wird.“ Den nächsten Bericht, so Stadtbrandmeister Harald Pflüger, werde bereits sein Nachfolger vortragen. Das ist Kai Benedikt Feess. Er wurde bereits im Juli 2015 bei der Stadt Winnenden eingestellt. Bis zum Beginn seiner zweijährigen Ausbildung in den gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst war er zur Unterstützung im Feuerwehrverwaltungsbereich tätig, und nach der abgeschlossenen Prüfung soll er hauptamtlich in die Feuerwehr Winnenden übernommen werden.

Ein Hauch von Wehmut war damit am Freitag im Auditorium der Firma Kärcher deutlich spürbar. Mit minutenlangem, intensivem Beifall bezeugten die Floriansjünger ihrem Kommandanten ihren Respekt und ihre Verbundenheit.

2016 war für die Feuerwehr ein besonderes Jahr, waren sich Pflüger und Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth einig, eines der wichtigsten in der Winnender Feuerwehrgeschichte überhaupt. Mit dem Bezug des neuen Feuerwehrhauses wurde die Umstrukturierung abgeschlossen, nun gelte es, so Holzwarth, dass die zwei neuen Abteilungen Zipfelbach und Stadtmitte sich zusammenfinden. Rund vier Millionen Euro habe die Stadt in den Neubau und damit in die Sicherheit der Winnender investiert, alle Stadtteile könnten nun innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Hilfsfrist erreicht werden. „Damit gelten für die gesamte Winnender Bevölkerung dieselben Sicherheitsstandards“, betonte Holzwarth.

Die Winnender Feuerwehr ist in allen Stadtteilen gleichermaßen präsent – nicht nur bei ihren 199 Einsätzen und Übungen im vergangenen Jahr, sondern auch im Gemeinschaftsleben. Pflüger verwies auf eine schier endlos lange Reihe von Veranstaltungen, darunter die Beteiligung der neuen Abteilung Zipfelbach beim Maifest in den Hanweiler Weinbergen, die der Abteilung Buchenbach beim Himmelfahrtsfest in Birkmannsweiler und die der Abteilungen Stadtmitte beim Maibaumfest. Selbst Gastgeber waren die Feuerwehrabteilungen ebenfalls bei einer großen Zahl von Veranstaltungen wie den Tagen der offenen Tür der Abteilungen Buchenbach und Zipfelbach und beim 3. Winnender Sicherheitstag rund um das Feuerwehrmuseum.

Pflüger: „Feuerwehr ist das Fundament der Ortsgemeinschaft“

„Die Feuerwehr ist das Fundament unserer Ortsgemeinschaft“, konstatierte Pflüger. „Neben dem Einsatz- und Ausbildungsdienst bringen sich die Feuerwehrangehörigen bei vielen Veranstaltungen ein.“

Für den Gastgeber Kärcher versicherte Oliver Häuser, dass das Unternehmen dies genauso sehe. So wie mit der Stadt selbst sei man mit der Feuerwehr verbunden. Wohl verfüge man seit 1992 über eine eigene Werklöschtruppe, aber es sei ein beruhigendes Gefühl, die Winnender Wehr im Rücken zu wissen, auf die man sich verlassen könne. Auch der stellvertretende Stadtbrandmeister Helmut Schirmer unterstrich die vertrauensvolle und stets unkomplizierte Zusammenarbeit zwischen Firma und Wehr.

Über eine weitere grundlegende Neuerung berichtete Jugendfeuerwehrwart Daniel Bahner. In enger Kooperation mit den Grundschulen wurde im vergangenen Jahr eine Kindergruppe gegründet, die „Feuerdrachen“. Ziel sei es, Kinder im Grundschulalter für die Arbeit der Feuerwehr zu begeistern. Die Kindergruppe trifft sich alle zwei Wochen mittwochnachmittags im Feuerwehrhaus Stadtmitte und biete den über dreißig Kindern unter Leitung von Sandra Layer ein spannendes Programm.

„Die Feuerwehr ist eine Gemeinschaft, die allen in Not Geratenen Hilfe leistet“, betonte Harald Pflüger in seinem Schlusswort. „In unserer Gemeinschaft ist der wichtigste Faktor der Mensch, der das Fundament bildet, auf dem sich die Feuerwehr aufbaut.“ Denn, so Pflüger, „zum Löschen braucht man nach wie vor Menschen. Mit einem Mausklick kann noch kein Feuer gelöscht werden. Ebenso kann es nicht ausdiskutiert werden.“

Quelle: Winnender Zeitung vom 20.02.2017

Bild: ZVW; Beytekin

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