Glänzende und auch feuchte Augen

19.09.16 - 09:50 - Martin Frank
Viele Begeisterte beim Sicherheits- und Feuerwehrtag am Feuerwehrmuseum und auf dem Bahnhofsvorplatz
Winnenden. Harald Pflüger strahlt am Sonntagvormittag. „Gewiss nicht wegen des Regenwetters, das die Festbesucher wohl eher abhalten wird“, betont der Feuerwehrkommandant. Aber sehr glücklich sei er, wie harmonisch und reibungslos die einzelnen Organisationen für diese Veranstaltung zusammengearbeitet hätten, über Vereins-, Orts- und Kreisgrenzen hinweg. Alle, die er zum Sicherheitstag eingeladen hatte, seien gerne gekommen.

Winnenden feiert am Sonntag, das Feuerwehrmuseum hat zu seinem „Tag der offenen Tür“ eingeladen, gleichzeitig steht auf dem Bahnhofsvorplatz der dritte Winnender Sicherheitstag auf dem Programm. Letzterer, erklärt Pflüger, biete allen betreffenden Organisationen die Gelegenheit, sich vorzustellen und für sich bei den Bürgern zu werben. Und die wiederum könnten sich darüber informieren, wer rund um die Uhr für ihr Wohl und Wehe verantwortlich ist.

Alt-Oberbürgermeister Karl-Heinrich Lebherz, der zweite Vorsitzende des Museumsvereins, kann dem schlechten Wetter eine positive Seite abgewinnen. Er hat festgestellt, dass es mit jeder einfahrenden S-Bahn Fahrgäste auf den Bahnhofsvorplatz und ins Museum hineinspüle. Und da gebe es mehr als genug zu bestaunen. Besonders stolz sei man auf die jüngste Erwerbung: die mit über 700 Exemplaren wohl größte Feuerwehrhelmsammlung Deutschlands, wenn nicht gar Europas. Bei deren Anblick bekomme so mancher Feuerwehr-Historiker feuchte Augen.

Überhaupt, so Lebherz, habe sich das Feuerwehrmuseum zu einem Besuchermagneten entwickelt. So konnte er jüngst zu Gruppenführungen ehemalige Mitarbeiter der Kreissparkasse Böblingen und der Stadtverwaltung Sindelfingen begrüßen. Da die Besuchergruppen bei einem Tagesausflug üblicherweise auch einkehren, profitiere auch die Winnender Gastronomie vom Feuerwehrmuseum.

Für Jitka Welserova aus dem Schelmenholz steht an diesem Tag allerdings nicht das gastronomische Erlebnis im Vordergrund. Sie habe schon viel Gutes über das Feuerwehrmuseum gehört und gelesen und sich schon lange einen Besuch vorgenommen. Heute nun hat sie es endlich wahr gemacht. Ihr zweieinhalb Jahre alter Sohn Adam ist fasziniert von allem, was mit Polizei, Feuerwehr und Technik zusammenhänge. „Mir gefällt es auch, nicht ganz so arg, aber etwas“, stellte Adams neunjährige Schwester Anna klar. Aber natürlich sei sie auch gern zu diesem gemeinsamen Ausflug in die Stadt hinein mitgekommen.

„Das ist ja etwas ganz Tolles, was ihr da macht!“, begeistert sich ein anderer Besucher vor dem Stand von Kärcher Futuretech an deren, nicht nur in Kriegen einsatzbaren, mobilen Dekontaminierungs-, Wasseraufbereitungs- und Versorgungsstationen. Während seine Frau von dem „putzigen“ Einpersonen-Einsatzfahrzeug der Kärcher Werksfeuerwehr fasziniert war, zieht es ihren etwa dreijährigen Buben hingegen vehement zu der gemeinsamen Spielstraße der Winnenden Jugendfeuerwehr, von DRK und Malteser.

DLRG in Korb ist auf „Strömungsrettung“ spezialisiert
Dort sitzen die Jugendfeuerwehrleute Frederik Fuchs und Tim Traunecker regentrocken unter einem Pavillon, registrieren die Spielstraßenbesucher (in der ersten Stunde mehr als 20 vermelden sie stolz) und stellen Teilnehmerurkunden aus.

Womöglich liegt es ja am Regenwetter, jedenfalls gelingt es der DLRG-Bezirksgruppe Rems-Murr ganz gut, sich trotz der um sie herum aufgefahrenen, geballten neuesten und nostalgischen Feuerwehr- und Rettungstechnik in der Besuchergunst zu behaupten. Auf die Frage, warum ausgerechnet die Ortsgruppe Korb auf „Strömungsrettung“ spezialisiert sei, wo doch dieser Ort einen eher bescheidenen Anteil an Rems, Murr und den Badeseen des Kreises habe, erklärt sie, dass jede Ortsgruppe sich auf eine bestimmte Rettungskomponente spezialisiert habe. „Dadurch können wir überall und schnell reagieren, egal wann, wo oder was im Wasser für ein Notfall eintritt.“

Und nach wie vor sei die DLRG der beste Ansprechpartner, „wenn es darum geht, richtig tauchen oder ab dem Kleinkindalter schwimmen zu lernen.“

Quelle: Winnender Zeitung vom 19.09.2016

Bild: ZVW

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