Durchschnittlich 233-mal am Tag wird die Notrufnummer 112 im Rems-Murr-Kreis gewählt
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Waiblingen. Der Euronotruf 112 ist 25 Jahre alt geworden. Wer die Nummer aus dem Rems-Murr-Kreis wählt, landet in der Rettungsleitstelle des Roten Kreuzes in Waiblingen. „Etwa 57 Prozent aller Notrufe gehen unter der 112 bei uns ein“, berichtet DRK-Kreisgeschäftsführer Sven Knödler.
Die 112 verbindet Anrufer automatisch mit der örtlichen Notrufzentrale. Seit 25 Jahren besteht die kostenfreie Rufnummer, die in allen Staaten der Europäischen Union vorwahlfrei gewählt werden kann. „Eine europaweit gültige, kostenfreie Rufnummer für Notfälle“, fasst Sven Knödler die Vorteile des Euronotrufs 112 zusammen. Der 39-Jährige ist Geschäftsführer der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes in Waiblingen. Hier laufen alle 112-Anrufe ein, die aus dem Rems-Murr-Kreis kommen. Rund 85 000 sind es im Jahr. Je nach Fall kümmern sich die DRK-Mitarbeiter rund um die Uhr darum, dass Anrufer feuerwehrliche, medizinische oder polizeiliche Hilfe erhalten.
Hinzu kommen weitere 65 000 Anrufe über die Rufnummer 19222 für Krankentransporte. „Wenn ein Krankentransport benötigt wird, jedoch keine vitale Gefährdung besteht“, erklärt Knödler Fälle, in denen die 19222 die Richtige ist.
116117: Schnelle Hilfe, wenn der Hausarzt schon Feierabend hat
Zusätzlich gibt es seit vergangenem Jahr die Telefonnummer 116117 des kassenärztlichen Notdienstes, die etwa 30 000-mal im Jahr klingelt. Wer am Abend oder Wochenende seinen Hausarzt nicht mehr erreicht, erfährt über diese Rufnummer, welcher Arzt Bereitschaft hat oder welche Notfallpraxis in der Nähe ist. Ist der Kranke nicht mobil genug, in die Praxis zu kommen, stattet der Arzt auch Hausbesuche ab. Im Gegensatz zum Notarzt kommt er ohne Blaulicht.
„Die Trennung der Anrufe halten wir für sehr sinnvoll, weil damit die Notrufnummer 112 nicht von zeitlich unkritischen Krankentransporten oder Anfragen nach einem Bereitschaftsarzt blockiert wird“, so Knödler. Die 116117-Anrufe bearbeiten die Kollegen der Leitstelle separat von der Rufannahme 112 und 19222.
„Weil bei uns alle Rufnummern auflaufen, können Anrufe bei Bedarf sehr einfach weitergeleitet werden“, erklärt Knödler „So erhält jeder Notfall, Krankentransport und Anruf zum kassenärztlichen Notdienst das aus medizinischer Sicht erforderliche Rettungsmittel“, so der gebürtige Schorndorfer weiter.
Stellt sich also innerhalb eins 116117-Gespräches heraus, dass es sich um einen schweren Notfall handelt, wird der Fall direkt an den Disponenten der Notrufnummer 112 weitergeleitet. Gleiches funktioniert in umgekehrter Reihenfolge: Ein Anrufer unter der 112, der lediglich einen Arzt benötigt, wird zum kassenärztlichen Bereitschaftsdienst durchgestellt. Die 112 steht damit direkt wieder für Notrufe zur Verfügung.
Quelle: Winnender Zeitung vom 05.08.2016
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