Gaudi im Regen

08.06.16 - 19:10 - Florian Claß
Die erste Jugendfeuerwehr-Challenge ist trotz des wechselhaften Wetters ein voller Erfolg
Schwaikheim. Das Wetter kann man sich nicht aussuchen. Wie man seine Zeit verbringt, allerdings schon. Mehr als 150 Kinder und Jugendliche trotzten dem Regen, um bei der ersten Jugendfeuerwehr-Challenge in Schwaikheim abwechslungsreiche und fordernde Aufgaben zu meistern.

Der Süden Deutschlands steht nun schon seit einiger Zeit unter Wasser. Keimt die leise Hoffnung, dass das Schlimmste doch mittlerweile überstanden sein müsste, kommt die nächste Wetterfront angerollt. Sommer, wo steckst du nur? Wir hätten dich doch so gerne wieder. Auch der Samstag beginnt grau und trist. Die Wolken entledigen sich ihrer Last und die Sonne ist dermaßen vergraben, dass selbst dem größten Optimisten nichts anderes übrigbleibt, als den Kopf hängenzulassen.




Auf dem Schwaikheimer Festplatz drängen sich die Jugendfeuerwehrleute aus dem Rems-Murr-Kreis unter einigen Pavillons zusammen und warten darauf, dass die vom Kreisjugendfeuerwehrverband Rems-Murr organisierte Jugendfeuerwehr-Challenge endlich beginnt. An insgesamt 18 Stationen gilt es, Kraft, Koordination und Teamgeist zu testen und fleißig Punkte zu sammeln, um am Ende vielleicht sogar als Sieger vom Platz zu gehen. So zumindest der Plan.



Doch das Wetter droht zum Spielverderber zu werden. Trotz allem ist die Stimmung nicht gedrückt. "Die Feuerwehr kann zwar viel, aber leider keine Wolken verschieben", scherzt Kreisjugendfeuerwehrwart Bernhard Kurz. Ein gutes Zeichen. Solange man die Sache noch mit Humor nehmen kann, ist der Tiefpunkt nicht erreicht. Kurzzeitig hängen allerdings drei Silben in der Luft, die heute wirklich keiner hören will: Absage. Man habe ja auch eine Verantwortung den Teilnehmern gegenüber, so Kurz. "Wenn am Montag 50 Kinder und Jugendliche nicht in die Schule können, weil sie krank im Bett liegen, dürfen wir uns was anhören."



Für unwirtliches Gelände ist die Feuerwehr ja bestens ausgerüstet



Endlich, die Hoffnung schwand schon, hat der Wettergott ein Einsehen - der Regen hört auf. Dann kann es ja endlich losgehen. Freilich, der Matsch bleibt, aber für unwirtliches Gelände ist die Feuerwehr ja bestens ausgerüstet: stabile, rutschfeste Stiefel, wasserdichte Jacken und Schutzhelm.





Die Gruppen strömen aufs Feld und machen sich daran, die 18 Stationen zu durchlaufen. Jede Jugendfeuerwehr hat sich eine Aufgabe ausgedacht - dementsprechend abwechslungsreich ist das Programm. Teebeutelweitwurf, Slackline und Saugschlauchkuppeln fordern den Teilnehmern einiges an Kraft, Teamarbeit und Köpfchen ab, jeder hat die Möglichkeit, seine Talente mit einzubringen. "Durch die Wettbewerbsatmosphäre sind die Teilnehmer besonders motiviert, alles zu geben", sagt Daniel Bahner, Mitglied des Ausschusses der Kreisjugendfeuerwehr Rems-Murr. Der angenehme Nebeneffekt: Den Jugendlichen wird ganz spielerisch vermittelt, was es heißt, Verantwortung zu übernehmen, Aufgaben zu delegieren und anderen zu vertrauen. Eigenschaften, die im Ernstfall unersetzlich sein können.





Humoristisches Highlight ist sicherlich der sogenannte Wassertransport mit Köpfchen. An die Enden von zwei kreuzförmig zusammengenagelten Leisten sind vier Helme angeschraubt, die sich die Teilnehmer aufsetzen müssen. Auf den Schnittpunkt wird ein mit Wasser gefüllter Eimer gestellt, bevor dann ein Hindernisparcours durchlaufen werden muss. Mannschaften, deren Mitglieder ungefähr gleich groß sind, haben einen deutlichen Vorteil denen gegenüber, die den Größenunterschied durch Ducken und Strecken, Krabbeln und Robben auszugleichen versuchen. Ein gar köstliches Schauspiel.





Am Ende herrscht Zufriedenheit. Die Teilnehmer hatten ihren Spaß und zum Abschluss lässt sich sogar die Sonne blicken. "Aufgrund des positiven Gesamtfazits planen wir eine Fortsetzung nächstes Jahr, bei hoffentlich etwas weniger Regen", zieht Daniel Bahner, Stadtjugendfeuerwehrwart in Winnenden, ein positives Fazit. "Ich gehe auch davon aus, dass im nächsten Jahr noch mehr Gruppen teilnehmen werden, da bei einer Premiere immer etwas Skepsis herrscht und sich in den nächsten Wochen bei den Jugendfeuerwehren herumspricht, dass es eine gelungene Veranstaltung war." Seiner Meinung nach wäre es auch schön, wenn der Veranstaltungsort jedes Jahr wechselt. Aber man sei sich jedoch dessen bewusst, dass nicht jede Ortschaft über geeignete Flächen verfügt.




Die Premiere

  • An der ersten Jugendfeuerwehr-Challenge in Schwaikheim haben 29 Gruppen mit 161 Jugendlichen teilgenommen. Die 18 Stationen waren: Schlauchkegeln, XXL Mikado, Saugschlauchkuppeln, Slackline, Klötze stapeln, Schubkarren-Rennen, Riesen Jenga, TSF schieben, Wassertransport mit Köpfchen, Leinenbeutel werfen, PVC-Rohr mit Wasser füllen, Leinenbeutel fädeln, Armaturen kuppeln, Wassertransport, Kübelspritze, Schlauchring, Teebeutelweitwurf, verflixte Mutter.
  • Gewonnen hat die Challenge die Jugendfeuerwehr Waiblingen 2. Auf den Plätzen zwei und drei folgten Auenwald und Winnenden 1.
  • Daniel Bahner, Stadtjugendfeuerwehrwart in Winnenden, zieht ein positives Fazit der Premiere: Das Konzept, dass jede Jugendfeuerwehr eine Station mitbringt, habe sich bewährt. Denn es entlastet den Ausrichter der Veranstaltung, der bisher immer alle Stationen organisieren musste. „Jede Jugendfeuerwehr hat so ihre eigenen Ideen in die Veranstaltung eingebracht.“
Quelle: Winnender Zeitung (06.06.2016)

Jede Menge Spaß hatten die Kinder und Jugendliche der 29 Jugendfeuerwehren bei der ersten Feuerwehr-Challenge in Schwaikheim. Die Gruppen hatten 18 Stationen zu bewältigen.(Quelle:Sinnender Zeitung)