René Wauro ist der neue Kreisbrandmeister

21.04.16 - 09:54 - Martin Frank
Der Kreistag benötigt zwei Anläufe für die Wahl des Nachfolgers von Andreas Schmidt
Großerlach/Waiblingen. René Wauro ist neuer Kreisbrandmeister. Der Kreistag hat zwei Anläufe benötigt, um den Nachfolger von Andreas Schmidt zu wählen. Wauro, 44, hat sich knapp gegen Carsten Ohsberger, 41, aus Plüderhausen durchgesetzt.

Die Abstimmung fiel auch im zweiten Wahlgang mit 44 zu 40 Stimmen knapp aus. Die Stelle des Kreisbrandmeisters war vakant geworden, nachdem Andreas Schmidt aus Leutenbach nach fünfeinhalb Jahren ins Stuttgarter Innenministerium wechselte und dort Referent für Krisenmanagement wurde. Der hauptamtliche Kreisbrandmeister ist im Landratsamt für Brand- und Katastrophenschutz zuständig. Zwölf Feuerwehrleute haben sich für die Stelle beworben, drei Bewerber kamen in die engere Wahl, zwei stellten sich in nicht öffentlicher Sitzung im Verwaltungs-, Schul- und Kulturausschuss vor und schließlich bei der Kreistagssitzung am Montag in Großerlach auch zur Wahl.

Einen Favoriten schien es zu Beginn der Sitzung nicht zu geben. Auch nicht unter den zahlreichen Feuerwehrleuten, die die Wahl des neuen Kreisbrandmeisters als Zuschauer verfolgten. Bei manchem aber schlug das lokalpatriotische Herz für den Plüderhäuser Carsten Ohsberger, der sich als Erster dem Kreistag präsentierte. Ohsberger ist seit 25 Jahren aktiv bei der Freiwilligen Feuerwehr Plüderhausen. 1999 hat der gelernte Zentralheizungs- und Lüftungsbauer sein Hobby zum Beruf gemacht und stieg bei der Flughafenfeuerwehr in Echterdingen ein. 2005 wechselte er zur Berufsfeuerwehr Stuttgart, absolvierte die Ausbildung zum gehobenen Dienst und ist dort unter anderen für den vorbeugenden Brand- und Gefahrenschutz mit dem Schwerpunkt Veranstaltungssicherheit zuständig. Derzeit kümmert er sich ums Stuttgarter Frühlingsfest, damit dort nichts anbrennt. Rein zahlungsmäßig sehe es bei den Feuerwehren im Rems-Murr-Kreis mit ihren 5500 Mitgliedern gut aus, sagte Ohsberger. Probleme bereite jedoch die Verfügbarkeit der aktiven Feuerwehrleute tagsüber, sagte Ohsberger in seiner Vorstellungsrede. Als Lösung kämen sogenannte „Dayworker“ infrage, also Feuerwehrleute, die nicht an ihrem Wohn-, sondern an ihrem Arbeitsort in Alarmbereitschaft sind.

René Wauro begann seine Vorstellung mit einem kurzen Abriss über einen dramatischen Einsatz in der Silvesternacht in Köln. Er sollte zeigen, wie wichtig eine gute Ausbildung gerade auch für ehrenamtlich tätige Feuerwehrleute ist. Er, Wauro, vermisse manchmal die Anerkennung und Wertschätzung für diese gefährliche Arbeit. Nach zwölf Jahren als Fahrlehrer bei der Bundeswehr studierte Wauro Wirtschaftsingenieurwesen und wechselte 2007 nach dem Studium zur Kölner Berufsfeuerwehr. Von 2011 bis 2014 war er in den Vereinten Emiraten für die Aus- und Fortbildung sowie Beratung der dortigen Feuerwehren. Bei der Berufsfeuerwehr Köln ist er aktuell stellvertretender Wachleiter.

Ausbildung ist Sicherheit

Die Ausschreibung habe ihn gereizt, sagte Wauro und wies auf die vielfältigen Aufgaben hin, die ihn erwarteten. Sie reichten vom Hochwasserschutz und Hagel bis hin zum Brand- und Katastrophenschutz. Gerade in einem wirtschaftlich so prosperierenden Raum benötige die Wirtschaft dringend Schutz, sagte Wauro. Für die Freiwilligen Feuerwehren wünscht sich Wauro weniger Bürokratie und mehr Sicherheit durch eine bessere Ausbildung. Gemeindefeuerwehren sollten erhalten bleiben, betonte er den Wohlfühlfaktor und die Identifikation mit seiner Heimatgemeinde, die bei den Freiwilligen eine große Rolle spielen. Dies schließe Zusammenarbeit der Wehren in den Kommunen nicht aus. Mit seiner „offenen und ehrlichen Art“, seiner Fähigkeit zur Moderation und als „ausgeprägter Teamplayer“ traue er sich zu, im Landratsamt etwas zu bewegen.

Im ersten Wahlgang votierten bei vier Enthaltungen 41 Kreisräte für Wauro und 40 für Ohsberger, womit weder der eine noch der andere eine Mehrheit hatte. Nach einer kurzen Pause stimmten bei einer Enthaltung 44 für Wauro und 40 Kreissräte für Ohsberger.

Quelle: Winnender Zeitung vom 20.04.2016

René Wauro, 44, stellte sich am Montag dem Kreistag vor und wurde mit knapper Mehrheit zum Kreisbrandmeister gewählt. (Bild: ZVW)