Umstrukturierungen und falsche Alarme stellen die Feuerwehr vor neue Herausforderungen
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Winnenden. 2016 bringt für die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Winnenden viel Neues, denn der Einzug in das Feuerwehrhaus Zipfelbach steht im Juni an. Bei der Jahreshauptversammlung blickte der stellvertretende Feuerwehrkommandant Helmut Schirmer aber nicht nur in die Zukunft, sondern auch auf das vergangene Jahr – und da fallen vor allem Fehlalarme auf.
190 aktive Mitglieder zählt die Freiwillige Feuerwehr Winnenden. Ab Juni, wenn das neue Feuerwehrhaus Zipfelbach unweit des Rems-Murr-Klinikums bezogen werden kann, werden dort 45 Kameraden ihren Dienst tun. Sie stammen aus den Abteilungen Stadt, Breuningsweiler und Hanweiler. Die Umstrukturierung der Freiwilligen Feuerwehr Winnenden, welche 2006 auf den Weg gebracht wurde, ist damit abgeschlossen. Winnenden verfügt dann über eine Drei-Standorte-Wehr mit den Abteilungen und entsprechenden Feuerwehrhäusern Stadtmitte, Buchenbach und Zipfelbach. Damit ist das Ziel erreicht, dass die gesamte Winnender Bevölkerung in gleichem Maße rund um die Uhr schnelle und professionelle Hilfe bekommen kann.
Neue Strukturen brechen alte Kameradschaften auf
Wegen Umstrukturierung ist bereits im Vorfeld der Probebetrieb gestartet worden. „Denn mit Bezug des Feuerwehrhauses Zipfelbach müssen wir nahtlos weiterhin alle Aufgaben erfüllen können“, so Helmut Schirmer. So wurden die Einsatzgebiete neu aufgeteilt, die Fahrzeugverteilung im Hinblick auf die drei Standorte festgelegt, ebenso Alarmierungspläne und Personalzuteilungen angepasst. Diese Maßnahmen seien von nahezu allen Kameraden mitgetragen worden, so Schirmer. Auch wenn es „selbstverständlich schmerzlich ist, alte Strukturen, Freundschaften und Kameradschaften aufzubrechen“.
Eine weitere Veränderung gibt es bei den Feuerwehrfahrzeugen. Die Einführung von Wechselladern – Fahrzeuge, die durch austauschbare Behälter mehrere Hauptaufgaben übernehmen können – bringe im Einsatz viele Vorteile, neue Möglichkeiten und erhebliche Kosteneinsparungen, so der stellvertretende Kommandant.
Zu viele Fehlalarme sorgen für gewisse Einsatzmüdigkeit
Im Berichtsjahr 2015 wurde die Feuerwehr zu 140 Einsätzen gerufen. Berücksichtigt man die gegenseitige Unterstützung der einzelnen Abteilungen, gab es insgesamt 224 Alarmierungen. 2014 waren es noch 157. Bei der Alarmierung eines Löschzuges werden die Abteilungen Stadtmitte und Buchenbach gemeinsam alarmiert und im Mai wurde auch die Abteilung Hanweiler in das Alarmierungssystem aufgenommen. Die Liste der unterschiedlichen Einsätze beinhaltet Wohnungs-, Fahrzeug- und Flächenbrände, ausgelaufene Gefahrenstoffe und vieles mehr. Für zehn Personen, welche eingeklemmt waren oder über die Drehleiter gerettet werden konnten, war die Freiwillige Feuerwehr Retter in größter Not. Und auch in den Nachbarkommunen waren die Winnender Feuerwehrkameraden fünfzehnmal zur Brandbekämpfung und technischen Hilfe im Einsatz.
Die hohe Zahl an Einsätzen ist laut Helmut Schirmer jedoch überwiegend auf die zahlreichen Fehlalarmierungen zurückzuführen. Ursache für dieses bundesweite Problem seien automatische Brandmeldeanlagen. In Winnenden wurden 42 Fehlalarmierungen durch Brandmeldeanlagen und drei durch Hausrauchwarnmelder ausgelöst. Es waren auch zehn böswillige Fehlalarme dabei – durch mutwilliges Auslösen von Handwarnmeldern und Rauchmeldern. Die hohe Zahl an Fehlalarmen sei für eine Freiwillige Feuerwehr sehr kritisch, weil sie zu Unmut und einer gewissen Einsatzmüdigkeit führe, hieß es auf der Hauptversammlung. Das sei problematisch, weil bei jedem Alarm von einer Gefahr für Personen auszugehen sei. Eine weitere Zunahme der Einsätze würde zum Kollaps des ehrenamtlichen Feuerwehrdienstes führen. „Hier müssen neue Einsatztaktiken erarbeitet werden“, sagt Helmut Schirmer.
Die Jugendfeuerwehr (Aufnahme ab zehn Jahren), die unter Daniel Bahner eine hervorragende Jugendarbeit leiste, will das Interesse der Jüngsten durch eine Kinderfeuerwehr erhalten. Schon Grundschüler werden in die Kindergruppe unter Sandra Layer aufgenommen. Die Feuerwehr ist in Winnenden mehr als nur ein Dienstleister, so Schirmer. Ob bei Stadtfesten, beim Aufbau von Weihnachts- oder Maibäumen, bei Lampionumzügen oder Brandschutzaufklärung von Schülern sei die Feuerwehr ein Teil des Gemeindelebens. OB Hartmut Holzwarth (rechts) ehrte gemeinsam mit (von links) Helmut Schirmer, Stellvertretender Kommandant der Gesamtwehr, Georg Spinner, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands Rems-Murr, und Dezernent Jürgen Haas die Feuerwehrkameraden Wolfram Bohn, Christoph Heilig, Thomas Mork mit der Bürgermedaille in Bronze für 25 Dienstjahre und Hauptbrandmeister Klaus Fossler mit der Silbernen Bürgermedaille für 40 Dienstjahre.
Quelle: Winnender Zeitung vom 01.03.2016
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 OB Hartmut Holzwarth (rechts) ehrte gemeinsam mit (von links) Helmut Schirmer, Stellvertretender Kommandant der Gesamtwehr, Georg Spinner, Vorsitzen- der des Kreisfeuerwehrverbands Rems-Murr, und Dezernent Jürgen Haas die Feuerwehrkameraden Wolfram Bohn , Christoph Heilig, Thomas Mork mit der Bürgermedaille in Bronze für 25 Dienstjahre und Hauptbrandmeister Klaus Fossler mit der Silbernen Bürgerme daille für 40 Dienstjahre.  |
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