Freiwillige Feuerwehr Winnenden vor tiefgreifender Veränderung

06.03.16 - 12:52 - Simon Staiger
Bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Winnenden wurde deutlich: Das Jahr 2016 bringt für die Einsatzkräfte viel Neues, denn der Einzug in das Feuerwehrhaus Zipfelbach steht im Juni an. Der stellvertretende Feuerwehrkommandant Helmut Schirmer nutzte die Versammlung, um in die Zukunft, aber auch auf das abgelaufene Jahr zu blicken. 190 aktive Mitglieder zählt die Freiwillige Feuerwehr Winnenden. Ab Juni, wenn das neue Feuerwehrhaus Zipfelbach unweit des Rems-Murr-Klinikums bezogen werden kann, werden dort 45 Kameraden ihren Dienst tun. Sie stammen aus den Abteilungen Stadt, Breuningsweiler und Hanweiler. Die Umstrukturierung der Freiwilligen Feuerwehr Winnenden, welche 2006 auf den Weg gebracht wurde, ist damit abgeschlossen. Winnenden verfügt dann über eine Drei-Standorte-Wehr mit den Abteilungen und entsprechenden Feuerwehrhäusern Stadtmitte, Buchenbach und Zipfelbach. Damit ist das Ziel erreicht, dass die gesamte Winnender Bevölkerung in gleichem Maße, rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr, in jeder Notlage, schnelle und professionelle Hilfe von Seiten der Feuerwehr bekommen kann. Wie Helmut Schirmer berichtete, wurde bereits im Vorfeld der Probebetrieb im Hinblick auf die neue Struktur gestartet. „Denn mit Bezug des Feuerwehrhauses Zipfelbach müssen wir nahtlos weiterhin alle Aufgaben erfüllen können“. So wurden die Einsatzgebiete neu aufgeteilt, die Fahrzeugverteilung im Hinblick auf die drei Standorte festgelegt, ebenso Alarmierungspläne und Personalzuteilungen angepasst. Helmut Schirmer ist froh, dass diese Maßnahmen nahezu von allen Kameradinnen und Kameraden mitgetragen wurden. Auch wenn es selbstverständlich schmerzlich sei, alte Strukturen, Freundschaften und Kameradschaften aufzubrechen.

Enormer Anstieg an Einsatzzahlen

Allein 199 Übungen wurden innerhalb des Jahres 2015 durchgeführt - somit mehr als im Jahr zuvor. Die Zahl der Einsätze ist gegenüber dem Vorjahr gravierend angestiegen. Im Berichtsjahr 2015 wurde die Feuerwehr zu 140 Einsätzen gerufen. Berücksichtigt man die gegenseitige Unterstützung der einzelnen Abteilungen, gab es insgesamt 224 Alarmierungen. Die Liste der unterschiedlichen Einsätze ist lang: Wohnungs-, Fahrzeug- und Flächenbrände, ausgelaufene Gefahrenstoffe und vieles mehr. Für zehn Personen, welche eingeklemmt waren oder über die Drehleiter gerettet werden konnten, war die Freiwillige Feuerwehr Retter in größter Not. Doch nicht nur in Winnenden, sondern auch in den Nachbarkommunen waren die Winnender Kameraden fünfzehn Mal zur Brandbekämpfung und technischen Hilfe im Einsatz. Die hohe Zahl an Einsätzen ist laut Helmut Schirmer überwiegend auf die zahlreichen Fehlalarmierungen zurückzuführen. Ursache für dieses bundesweite Problem seien automatische Brandmeldeanlagen. „Hier müssen Fachgremien tätig werden, um neue Einsatztaktiken zu erarbeiten.“ In Winnenden wurden 42 Fehlalarmierungen durch Brandmeldeanlagen und drei durch Hausrauchwarnmelder ausgelöst. Leider waren auch zehn böswillige Fehlalarme dabei.

Ehrung für langjährige Feuerwehrmitglieder

Bereits am Neujahrsempfang der Stadt Winnenden hätte Hauptbrandmeister Klaus Fossler für sein 40-jähriges Dienstjubiläum bei der Freiwilligen Feuerwehr Winnenden geehrt werden sollen. Da er seinerzeit verhindert war, überreichte ihm Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth bei der Versammlung am vergangenen Freitag die Bürgermedaille in Silber der Stadt Winnenden für sein herausragendes Engagement. Vom Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbands Rems-Murr e. V., Georg Spinner, wurde der Jubilar mit dem Feuerwehrehrenzeichen in Gold des Landes Baden-Württemberg geehrt. 1976 trat Klaus Fossler in die damalige Abteilung Höfen-Baach ein. Dort arbeitete er sich zielgerichtet nach oben, von 1986 bis 1994 übernahm er gar die Funktion des Abteilungskommandanten von Höfen-Baach. Klaus Fossler ist ein sportlicher Mensch mit guter Kondition, was seiner Tätigkeit bei der Feuerwehr sehr entgegen kommt. Bei verschiedensten bundesweiten Feuerwehrsportveranstaltungen geht er für Winnenden an den Start. So zuletzt in Ruhpolding im Rahmen der deutschen Skimeisterschaften im Februar 2015 und an den Radmeisterschaften in Hannover im Juni 2015. Die Bürgermedaille in Bronze verlieh Oberbürgermeister Holzwarth an vier Feuerwehrkameraden für ihren 25-jährigen Dienst. Geehrt wurden hiermit Oberlöschmeister Wolfram Bohn, Löschmeister Christoph Heilig und Hauptfeuerwehrmann Thomas Mork. Zugleich bekamen sie das silberne Feuerwehrehrenzeichen des Landes Baden-Württemberg verliehen. Hauptlöschmeister Andreas Kamm, der ebenfalls sein 25-jähriges Dienstjubiläum feiern konnte, konnte leider nicht an der Hauptversammlung teilnehmen und daher die Bürgermedaille nicht persönlich entgegennehmen. Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth dankte den Geehrten und allen weiteren Mitgliedern der Feuerwehr Winnenden für ihren langjährigen und unermüdlichen Einsatz zum Wohle der Winnender Bürgerschaft. Ihr besonderes ehrenamtliches Engagement, auch unter Einsatz ihres eigenen Lebens, verdiene allergrößte Anerkennung und könne nicht hoch genug geschätzt werden.

Quelle: Blickpunkt 09/2016

Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth (g.r.) ehrte gemeinsam mit (v.l.) Helmut Schirmer, stellvertretender Kommandant der Gesamtwehr, Georg Spinner, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands Rems-Murr e. V., und Dezernent Jürgen Haas, die Feuerwehrkameraden Wolfram Bohn, Christoph Heilig, Thomas Mork, mit der Bürgermedaille in Bronze für 25 Dienstjahre und

Hauptbrandmeister Klaus Fossler mit der Silbernen Bürgermedaille für 40 Dienstjahre.

Dateien:

Blickpunkt_Ausgabe_2016_09.pdf