Auto Schrott, Fahrer Kratzer

13.03.15 - 20:25 - Martin Frank
49-Jähriger kommt mit neuem Porsche Boxster zwischen Baach und Bürg von der Straße ab
Winnenden. Spektakulärer Unfall gestern Morgen kurz vor 10 Uhr zwischen Baach und Bürg: Ein 49-Jähriger hat seinen nagelneuen Porsche Boxster in die Wiese gesetzt. Der Fahrer kam mit einem Kratzer im Gesicht davon, am rund 70 000 Euro teuren Sportwagen gab es Totalschaden.

Die Polizei wurde um 9.58 Uhr sowohl vom Fahrer als auch von einem Baacher, der den Unfall mitbekam, alarmiert. Sie geht, aufgrund von Aussagen des Fahrers und des Zeugen davon aus, dass der Fahrer, der von Baach, also von unten her, kam, auf halber Höhe zwischen den beiden Orten kurz nach einer scharfen Linkskurve die Kontrolle über den Porsche verlor, dabei nach links von der Fahrbahn abkam, auf die Leitplanke geriet, über diese regelrecht abschanzte, mit seinem Fahrzeug durch die Luft flog und auf der angrenzenden, unterhalb der Straße gelegenen Baumwiese mit dem Auto schließlich auf dem Dach zum Liegen kam. Der Mann habe angegeben, das Auto erst seit drei Tagen zu haben und noch nicht so recht mit diesem vertraut zu sein, so ein Polizeisprecher vor Ort. Anhaltspunkte dafür, dass der Mann deutlich zu schnell unterwegs gewesen sei, den Berg hinaufgerast sei, gebe es bislang nicht. Mit eine Rolle gespielt habe aber wohl der Umstand, dass die Straße zum Unfallzeitpunkt noch feucht gewesen sei.

Der Fahrer habe sich zunächst nicht selbst aus dem stark beschädigten Auto befreien können und deshalb sofort mit dem Handy die Polizei alarmiert, um schnell Hilfe zu bekommen. Bis die Polizei kurz darauf eintraf, war der Fahrer allerdings doch aus dem Porsche bereits rausgekrochen. Das Angebot der Polizei, einen Krankenwagen zu holen, habe er abgelehnt, weil er bis auf einen kleinen Kratzer im Gesicht zumindest nach außen sichtbar kaum verletzt war. Der Mann ließ sich stattdessen von einem Nachbarn, den er ebenfalls alarmiert hatte, abholen.

Befürchtung, dass der Airbag noch auslösen könnte

Der Zeuge, am Hang weiter unten in der Nähe, hatte zunächst pfeifartige Geräusche gehört, offensichtlich durch das Verfahren und den Versuch noch abzubremsen verursacht, und war daraufhin nach oben geeilt, wo er den Porsche noch beim „Fliegen“ sah.

Die Bergung des Unfallporsches gestaltete sich an dem steilen Hang zunächst schwierig. Die Feuerwehr, mit einem Fahrzeug mit Seilwinde angerückt, musste zunächst umrangieren. Nachdem sie den Porsche mit vereinten Kräften wieder auf die Räder gebracht hatte, traute sich ein Feuerwehrmann, der bei AMG arbeitet, also mit PS-starken Boliden Erfahrung hat, in den Wagen rein, um das Hochziehen mit entsprechendem Lenken zu unterstützen, allerdings nicht ohne die Befürchtung, dass der Airbag doch noch auslösen und ihn verletzen könnte. Die Sorge erwies sich als unbegründet und immerhin ließ sich der Wagen, dessen Karosserie wohl nur noch Schrott ist, tatsächlich noch steuern.

Für die Polizei ist aber etwas anderes noch ein größeres Wunder, nämlich, dass der Fahrer so glimpflich davongekommen ist, obwohl das Verdeck des Wagens offen war. Der Mann habe in all dem Unglück nicht nur Riesendusel, sondern offenbar auch noch einen Schutzengel gehabt, so der Polizeisprecher.

Quelle: Winnender Zeitung vom 12.03.2015

Die Feuerwehr setzte eine Seilwinde ein, um den Wagen von der Baumwiese hoch auf die Straße zu hieven. (Bild: ZVW)