Nach Brand große Hilfsbereitschaft

14.02.15 - 10:01 - Martin Frank
Doppelhaus an der Hirschstraße in Hößlinswart fast vollständig niedergebrannt / Bewohnerin durch Rauchmelder geweckt
Berglen. Erst kürzlich installierte Rauchmelder und die Aufmerksamkeit einer Bewohnerin haben Schlimmeres verhindert, wahrscheinlich sogar Leben gerettet. In der Nacht auf Freitag ist vermutlich im Dachgeschoss eines dreistöckigen Doppelhauses an der Hirschstraße in Hößlinswart ein Feuer ausgebrochen. Trotzdem die sofort alarmierte Feuerwehr schnell vor Ort war, brannte das Haus fast vollständig aus. Verletzt wurde niemand, der Schaden beläuft sich nach einer ersten Schätzung der Polizei auf rund 100 000 Euro.

In dem alten Doppelhaus an der Ortsdurchfahrt, kurz vor dem Abzweig zur Bärenstraße, haben eine ältere Frau und ein junges Paar gewohnt. Die ältere Frau, die im Fachwerkteil des Gebäudes lebt, wurde kurz vor halb vier Uhr durch einen Rauchmelder geweckt. Sie bemerkte das Feuer im Dachgeschoss und versuchte noch kurz, selbst zu löschen. Als sie einsehen musste, dass dies nicht gelingen würde, rannte sie rüber in den anderen, gemauerten Hausteil und weckte ihre Mitbewohner auf, so dass die drei samt Haustieren noch rechtzeitig unversehrt das Haus verlassen konnten.

In der Zwischenzeit rückte die Berglener Feuerwehr nach einem Vollalarm „mit allem, was wir haben“, an, berichtet Kommandant Michael Maier. Beide Abteilungen, Nord und Süd, also rund 40 Mann und sieben Fahrzeuge, waren im Einsatz, außerdem wurde die Drehleiter aus Winnenden samt Besatzung angefordert. Auch ein Rettungswagen und der DRK-Ortsverein mit zwei Fahrzeugen und neun Helfern kamen vor Ort.

Der Einsatz in dem verwinkelten Gebäude sei schwierig gewesen, weil der Brand zunächst vor allem im Dachstuhl gewütet habe und deswegen die ganzen Dachlatten durchgebrochen seien, so Maier. Die Wehr konnte deshalb zunächst gar nicht ins Haus rein, kam also nicht von innen an den Brand heran, sondern musste über die Drehleiter löschen. Erst als sie schließlich doch den Brand auch von innen „angreifen“ konnte, etwa gegen 5 Uhr, bekam sie ihn relativ schnell unter Kontrolle und konnte ihn dann auch zügig löschen.

Noch keine Angaben zur möglichen Brandursache

Durch das Fachwerk und die Holzböden glimmten aber noch stundenlang Brandnester weiter. Weil die Giebelwand einsturzgefährdet war, Teile auf die Straße zu fallen drohten, schmiss die Feuerwehr sie über die Drehleiter nach innen. Zur Brandursache können derzeit weder die Feuerwehr noch die Polizei Angaben machen. Deren Brandermittler verweisen darauf, dass sie wegen weiterer möglicher Glutnester und des eingebrochenen Giebels das Gebäude vorerst ohnehin nicht betreten können. Mit dem Beginn der Ermittlungen sei am Montag zu rechnen.

Die Hausbewohner hatten zwar noch Glück im Unglück, aber das Haus ist nach dem Brand nicht mehr bewohnbar und sie selbst konnten daraus nicht mehr retten als das, was sie bei der Flucht aus dem brennenden Gebäude am Leib hatten.

Bereits am Morgen hat aber die Hößlinswarter Dorfgemeinschaft funktioniert. Die DRK-Bereitschaft versorgte die Feuerwehrleute und Bewohner mit warmen Getränken und Vesper, Nachbarn und Angehörige der Feuerwehrleute kochten, in der nahen Kirche wurde eine Versorgungsstation eingerichtet. Den Hausbewohnern wurde im Ort eine derzeit leerstehende Wohnung angeboten, auch Verwandte und Bekannte haben sich sofort gemeldet. Eine Spendenaktion ist bereits angelaufen. Die Hausbewohner sind froh und dankbar für die große Hilfsbereitschaft. Auch Bürgermeister Maximilian Friedrich und Kreisbrandmeister Andreas Schmidt machten sich ein Bild vor Ort.

Wegen der Brandstelle an der Ortsdurchfahrt und dem großen Fahrzeugeinsatz musste den ganzen Vormittag über die Ortsdurchfahrt gesperrt, der Verkehr also sowohl von Rohrbronn als auch von Steinach her umgeleitet werden.

Quelle: Winnender Zeitung vom 14.02.2015

Erst musste über die Drehleiter gelöscht werden. (Bild: ZVW; Beytekin)

Der Brand war im Dachstuhl ausgebrochen. (Bild: ZVW; Beytekin)

Dateien:

Winnender_Zeitung_2015_02_14.pdf