Feuerwehr braucht tagsüber Einsatzkräfte

02.02.15 - 18:28 - Martin Frank
Stadtbrandmeister Harald Pflüger bereitet Neuorganisation vor – künftig drei Abteilungen: Mitte, Buchenbach, Zipfelbach
Winnenden. „Auch wenn mein Dienstende bei der Stadt absehbar ist, liegt mir die Zukunft der Feuerwehr Winnenden am Herzen. Ich fordere daher alle auf, das Feuerwehrwesen von Morgen gemeinsam zu gestalten.“ Mit diesem Auftrag schloss Stadtbrandmeister Harald Pflüger am Freitag in Höfen die Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Winnenden.

Er kündigte seinen allmählichen Rückzug aus dem aktiven Feuerwehrleben an - frühestens am 26. März 2016, spätestens am 26. März 2018, so Pflügers Zeitplan. Die Stadt, gab Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth bekannt, werde in den nächsten Tagen die Stelle eines zunächst hauptamtlichen Mitarbeiters und später möglichen Nachfolgers des Stadtbrandmeisters ausschreiben. Man hoffe auf gute und interessante Bewerbungen von aktiven Feuerwehrmitgliedern, so der OB. „Am liebsten natürlich aus den eigenen Reihen“, sekundierte ihm Pflüger.

157 Alarmierungen im letzten Jahr


Überhaupt war die Zukunft der Winnender Feuerwehr zentrales Thema der diesjährigen Jahreshauptversammlung. Der ehrenamtliche Dienst sei an der Belastungsgrenze angelangt, so Pflüger in seinem Jahresbericht - bei 178 Übungen und 157 Alarmierungen im Jahr 2014 durchaus nachvollziehbar. Die vielen Fehlalarme durch automatische Brandmeldeanlagen und die große Zahl an „Bagatelleinsätzen“ müsse verringert werden, um einer Überlastung der wenigen, tagsüber noch zur Verfügung stehenden Kräfte entgegenzuwirken.

Pflüger verwies auf ein Strategiepapier des Landesfeuerwehrverbandes Baden-Württemberg. In diesem werde vorgeschlagen, Feuerwehrangehörige bei Kindergartenplätzen zu bevorzugen und sie bei der Suche nach Bauplätzen oder Wohnungen zu unterstützen, spezielle Fortbildungs- und Gesundheitspräventionsmaßnahmen für sie zu schaffen sowie sie bei Einstellungen in den Dienst der Gemeinde zu bevorzugen. Denn, so Pflüger, „die ehrenamtlich tätigen Feuerwehrangehörigen erfüllen gesetzlich vorgeschriebene Pflichtaufgaben der Gemeinde.“

Die Winnender Wehr organisiert sich neu. Fürs Feuerwehrhaus Zipfelbach beginnen die Bauarbeiten am 27. Februar. Die Gründung einer Abteilung Zipfelbach steht nun auf der Tagesordnung; Letztere wird aus der bisherigen Abteilung Hanweiler und einem Teil der alten Abteilung Stadtmitte bestehen. Jede dieser drei Abteilungen – Stadtmitte (neu), Zipfelbach und die schon bestehende Abteilung Buchenbach – wird zwei Züge mit zwei Gruppen umfassen.

Jugendfeuerwehr hat 35 Mitglieder

Letztendlich Grundlage aller Zukunftsplanung bei der Feuerwehr ist die Jugendwehr. Sie feierte im vergangenen Jahr nicht nur aufwendig ihren 50. Geburtstag, sondern, so Stadtjugendfeuerwehrwart Daniel Bahner, Ziel der umfangreichen Aktivitäten, Veranstaltungen, Lehrgänge, Übungen, Projekte und Wettkämpfe sei es, „der Feuerwehr langfristig den Nachwuchs zu sichern“. Dass Bahner und sein engagiertes Betreuerteam dabei nicht ganz erfolglos sind, belegen die Zahlen: Zum Jahresende 2014 zählte die Jugendfeuerwehr Winnenden 35 Mitglieder, zehn Mädchen und 25 Jungen. Acht Jugendliche waren zu diesem Zeitpunkt siebzehn Jahre alt und in eine aktive Einsatzabteilung integriert. „Die Jugendfeuerwehr“, so Bahner selbstbewusst, „ist der Hauptmotor bei der Gewinnung von Nachwuchs für die Feuerwehr.“

Neue Feuerwehranwärter

In der Hauptversammlung wurden Tessa Schlund, Karin Heim, Vincent Foret, Frederik Fuchs, Prodromos Peinirtzoglou, Emily Pflüger, Luca Lander, Jannik Frank, Florian Herwarth, Chiaro Svoboda, Pascal Zimmer und Patrick Lampke als neue Mitglieder in der Jugendfeuerwehr begrüßt.

In die aktive Wehr aufgenommen wurden Valentin Eichinger, Nick Etzel, Christina Freimuth, Peter Jeutter, Robin Krauter, David Schill, Simeon Frömel, Christian Griese, Nils Groß, Marc Kehl, Hanspeter Luckert, Tessa Schlund, Stephan Schönle, Simon Staiger, Peter Trainecker Jügen Schmidt und Vincenzo Formaro.

Befördert wurden Martin Eichinger, Klaus Fossler, Wolfgang Groß, Werner Luckert, Gerhard Max, Kurt Schäberle, Hans Schüle, Rolf Schwarz und Hartmut Widmann jeweils zu Hauptbrandmeistern; Harald Mang zum Brandmeister; Andreas Kamm, Michael Kloppisch, Jürgen Krauter, Stefan Rudolph, Olaf Schirmer, Jürgen Schmidt, Jochen Schurr und Thomas Weith zu Hauptlöschmeistern; Wolfram Bohn, Andreas Kurz und Rainer Oechsle zu Oberlöschmeistern; Christian Angerbauer, Tobias Hackel und Christian Häuptl zu Löschmeistern; Daniel Bahner, Peter Jeutter, Stefanie Jung, Markus Lauer, Boris Wahl und Andreas Waldmann zu Hauptfeuerwehrleuten; Marko Fischer und Alexander Hilt zu Oberfeuerwehrleuten; David Draeger, Thorsten Fossler, Felix Hartmann, Julia Hartmann, Marc Hohlmayer, Simon Klein, Rahim Ozan, Moritz Pfister und Karin Sudyka zu Feuerwehrleuten.

Josef Schiele und der abwesende Werner Fischer wurden zum 40. Dienstjubiläum mit dem Feuerwehrehrenzeichen in Gold ausgezeichnet, Jochen Schurr (ebenfalls abwesend) erhielt für 25 Jahre das Ehrenzeichen in Silber. Heinz Reichert erhielt für die von ihm initiierte und betreute „Streuobstsammelaktion“ die Floriansplakette der Jugendfeuerwehr des Landesfeuerwehrverbandes Baden-Württemberg überreicht. (wgl)

Quelle: Winnender Zeitung vom 02.02.2015


Der geehrte Sepp Schiele (links) mit Stadtbrandmeister Harald Pflüger. (Bild: ZVW; Habermann)


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Winnender_Zeitung_2015_02_02.pdf