50 Jahre Jugendfeuerwehr Winnenden

03.10.14 - 11:47 - Martin Frank
Ein halbes Jahrhundert erfolgreiche Jugendarbeit wurde im Feuerwehrmuseum gefeiert
Am 26. September fand anlässlich des Jubiläums 50 Jahre Jugendfeuerwehr Winnenden ein Festakt im Feuerwehrmuseum statt. Mit kurzweiligen Interviews, Grußworten wichtiger Persönlichkeiten und mehreren besonderen Ehrungen wurden die Entstehung und Entwicklung der Winnender Jugendwehr gefeiert. Die Stadtjugendmusikschule sorgte dabei für die musikalische Umrahmung.

Am 1. Januar 1964 wurde die Jugendfeuerwehr Winnenden gegründet. Seitdem bietet die Jugendgruppe der Feuerwehr Winnenden Jugendlichen im Alter von 10 - 17 Jahren die Möglichkeit die Feuerwehr und ihre Technik besser kennenzulernen und vor allem Kameradschaft zu erleben. Um ihr 50-jähriges Bestehen in diesem Jahr gebührend zu feiern, hat sich die Jugendfeuerwehr zahlreiche Aktionen einfallen lassen. So gibt es seit März die Jugendfeuerwehr-Apfelsaftschorle und im Sommer fand einen Malwettbewerb statt, den die Jugendfeuerwehr gemeinsam mit den Winnender Grundschulen durchgeführt hat. Bei diesem Wettbewerb malten die Kinder Bilder zu den Themen „Die Feuerwehr löscht ein brennendes Haus“ (Klasse 1 und 2) und „Die Feuerwehr und Du“ (Klasse 3 und 4). Die Bilder wurden von einer prominenten Jury bewertet und die besten 11 Bilder aus jeder Kategorie mit einem Jugendfeuerwehr T-Shirt prämiert. Die Siegerbilder der Einzel- und Klassenwertung sind im Feuerwehrmuseum in Winnenden zu sehen. Außerdem beteiligte sich die Jugendfeuerwehr mit einer Spielstraße beim Fest der Abteilung Buchenbach am 27. Juli 2014 und mit einer Schauübung am 125-jährigen Jubiläum der Abteilung Hanweiler.

Festakt im Feuerwehrmuseum

Zum Abschluss des Jubiläumsjahres fand am 26. September ein Festabend im Feuerwehrmuseum statt, der von Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth moderiert wurde. Er war kurzfristig als Ersatz eingesprungen, da der ursprünglich engagierte Moderator krank geworden war. Dezernatsleiter Jürgen Haas lobte in einem kurzen Grußwort die Arbeit der Winnender Jugendfeuerwehr und die verschiedenen Aktionen im Jubiläumsjahr. Unter den geladenen Gästen waren neben zahlreichen wichtigen Persönlichkeiten der Winnender Feuerwehr, die Ministerin für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren, Katrin Altpeter, der Landesjugendleiter der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg, Thomas Häfele, der Kreisjugendfeuerwehrwart des Rems-Murr-Kreises, Michael Schladt, Kreisbrandmeister Andreas Schmidt, und der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbands Rems-Murr Georg Spinner.

Alle fünf ließen es sich nicht nehmen die Winnender Jugendfeuerwehr mit Grußworten zu würdigen. Einigkeit herrschte bei den Rednern, dass die Jugendfeuerwehr der unentbehrliche Nachwuchsmotor Nummer eins der Feuerwehr sei und ihre Arbeit daher für die ganze Gesellschaft gar nicht hoch genug geschätzt werden könne. Immerhin basiert in Deutschland die Arbeit der Feuerwehr zu großen Teilen auf dem Einsatz ihrer ehrenamtlichen Mitglieder und die meisten Ehrenamtlichen beginnen ihre „Feuerwehr-Karriere“ bei der Jugendfeuerwehr.

Rückblick auf 50 Jahre Jugendfeuerwehr Winnenden

Um den Gästen die Entwicklung der Jugendfeuerwehr in Winnenden in den vergangenen 50 Jahren anschaulich und unterhaltsam darzustellen, führte Hartmut Holzwarth mehrere Interviews mit den Menschen, die die Jugendfeuerwehr in dieser Zeit begleitet haben.

Den Anfang machte ein Interview mit Helmut Pflüger, dem ehemaligen Winnender Feuerwehrkommandant und heutigen Vorstandsmitglied des Feuerwehrmuseums, und Harald Pflüger, dem Kommandanten der Feuerwehr Winnenden. Vater und Sohn schauten gemeinsam auf die Anfänge der Jugendfeuerwehr zurück. Helmut Pflüger erinnerte sich an die offizielle Gründung der Jugendfeuerwehr auf Beschluss des Gemeinderats 1964 und wie er 1967 den ersten Jugendwart suchte. Johann Trumpf erfüllte diese Aufgabe ca. 2 Jahre, dann musste die Jugendwehr bis 1979 ohne Jugendwart auskommen. In dieser Zeit durchlief Winnenden und damit auch die Feuerwehr große strukturelle Veränderungen. Zwischen 1971 und 1974 wurden die heutigen Teilorte Höfen, Baach, Bürg, Hertmannsweiler, Breunigsweiler, Hanweiler und Birkmannsweiler eingemeindet. Mit der Eingemeindung wurde die Jugendfeuerwehr auch für die Jugendlichen der Teilorte zugänglich. Die Jugendfeuerwehr ist seitdem zentral angesiedelt und für den Nachwuchs aller Abteilungen zuständig.

Neuanfang der Jugendfeuerwehr

1979 markierte einen Wendepunkt für die Jugendfeuerwehr in Winnenden. In diesem Jahr wurde Martin Eichinger Jugendfeuerwehrwart und ließ die Jugendfeuerwehr neu aufleben. In den Jahren davor übte der Nachwuchs mit der Einsatzabteilung mit, nun gab es eigene Übungen und ein vielseitiges Programm für die Jugendlichen. Hartmut Holzwarth befragte Martin Eichinger zu seinen Erinnerungen an diese spannende Zeit, in der sich Winnenden vermehrt auch an Aktivitäten der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg beteiligte. Hermann Hilt, der die erste Übernahme aus der Jugendfeuerwehr von Martin Eichinger war, erzählte wie der Wechsel zur Einsatzabteilung damals war. Michael Pflüger und Albrecht Schurr berichteten als damalige Mitglieder über ihre Erlebnisse bei der Jugendfeuerwehr in den 80er-Jahren. Sie kamen hierzu in alten Jugendfeuerwehruniformen auf die Bühne und erläuterten wieso die Technik bei der Feuerwehr beide damals schon fasziniert hat. 1989 konnte die Jugendfeuerwehr ihr 25-jähriges Jubiläum feiern. Jürgen Scheunemann, der bereits damals als Jugendgruppenleiter tätig war, berichtete als ein echter Zeitzeuge von dem Jubiläum. Christoph Heilig, der 1997 den Posten des Stadtjugendfeuerwehrwarts von Martin Eichinger übernahm, erzählte gemeinsam mit Jürgen Scheunemann, wie dieser Generationswechsel die Jugendfeuerwehr veränderte und wie sich diese in den 90er- und 2000er-Jahren entwickelt hat.

Jugendfeuerwehr heute

Daniel Bahner, der die Jugendfeuerwehr seit 2008 leitet, und Thomas Reichardt, der seit 1997 stellvertretender Stadtjugendfeuerwehrwart ist, berichteten von der Situation der Jugendfeuerwehr heute. Als Beispiel für die Lebendigkeit der Jugendfeuerwehr erzählten die beiden von dem Projekt „eigener Jugendraum“, das 2010 verwirklicht werden konnte. In Eigenregie wurde der Raum von der Jugendfeuerwehr umgebaut. Bis heute sind die abwechslungsreichen Übungen ein wichtiger Teil der Jugendarbeit. Daniel Bahner und Thomas Reichardt berichteten, dass seit 2009 auch regelmäßig gemeinsame Übungen mit der Jugendfeuerwehr Schwaikheim und seit 2012 auch der aus Berglen stattfinden. Damit die Jugendfeuerwehr auch weitere 50 Jahre bestehen kann, hat die Jugendleitung 2012 ein Konzept verfasst, mit dem die Nachwuchsgewinnung weiterhin erfolgreich gelingen soll.

Ehrungen für die Winnender Jugendarbeit

Gleich vier Winnender erhielten bei der Jubiläumsfeier hohe Auszeichnungen durch Landesjugendleiter Thomas Häfele verliehen. Winnendens Feuerwehrkommandant Harald Pflüger wurde an diesem Abend für seine vorbildliche Unterstützung und Förderung der Jugendarbeit mit der Ehrennadel der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg in Gold ausgezeichnet. Er wisse um seine wichtige Funktion als Bindeglied zwischen Jugendfeuerwehr und Feuerwehr wie auch Stadtverwaltung und steht der Jugendfeuerwehr gerne hilfreich zur Seite, erklärte Thomas Häfele. Auch Martin Eichinger konnte sich über die Ehrennadel der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg in Gold freuen. Mit dieser Auszeichnung wurde Martin Eichingers jahrelanger Einsatz als Jugendwart gewürdigt. In dieser Funktion hatte er die Jugendfeuerwehr Ende der 70er-Jahre so gut wie neu aufgebaut und sie dann 15 Jahre lang für Jugendliche attraktiv gestaltet. Bis heute unterstütze er die Jugendwarte in Winnenden mit wertvollen Tipps.

Auch Thomas Reichardt und Jürgen Scheunemann konnten sich über hohe Auszeichnungen freuen. Sie bekamen beide die Ehrennadel der Deutschen Jugendfeuerwehr in Silber verliehen. Thomas Reichardt, der sich seit 20 Jahren in der Jugendfeuerwehr engagiert, ist seit 1996 stellvertretender Stadtjugendfeuerwehrwart und übt diese Funktion seitdem mit viel persönlichem Einsatz aus. Jürgen Scheunemann unterstützt die Jugendarbeit der Winnender Feuerwehr sogar bereits seit 25 Jahren als Jugendleiter. Seitdem prägt er die Jugendfeuerwehr mit seinen Ideen und seinem Einsatz.

Alle vier Geehrten freuten sich sehr über diese für sie überraschender Auszeichnungen und die damit verbundene Würdigung ihrer langjährigen Arbeit und ihres außerordentlichen Engagements für die Jugendfeuerwehr Winnenden. Auch die Ehefrauen aller vier geehrten waren zum Festakt eingeladen und bekamen einen Blumenstrauß als Dankeschön überreicht.

Delegiertenversammlung in Winnenden

Einen Tag nach der Jubiläumsfeier, am 27. September, fand die Delegiertenversammlung der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg im Kärcher Auditorium statt. Es war das zweite Mal, dass die Delegierten der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg in Winnenden getagt haben. Das letzte Mal waren sie 1981 zu Gast in Winnenden. Bei der diesjährigen Delegiertenversammlung der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg wurde insbesondere der Themenbereich „Ausbildung“ behandelt. 290 Gäste waren zu der Versammlung aus ganz Baden-Württemberg angereist. Oberbürgermeister begrüßte die Gäste morgens mit einem kurzen Grußwort im Auditorium. In Zusammenarbeit mit der Firma Kärcher wurde den Delegierten ein Vortrag zum Thema Ausbildungsprofil geboten und parallel hierzu wurde den Jugendlichen ein „Ausbildungskarussell“ mit drei verschiedenen Workshops im Feuerwehrmuseum angeboten. Nach der Mittagspause würdigte Christian May, Geschäftsführer der Alfred Kärcher Vertriebs GmbH, in einem Grußwort die wichtige Arbeit der Jugendfeuerwehren.

Quelle: Blickpunkt 40/2014

Landesjugendleiter Thomas Häfele (g.l.) und Stadtjugendfeuerwehrwart Daniel Bahner (g.r.) mit den beim Festakt Geehrten (v.l.): Martin Eichinger, Kommandant Harald Pflüger, Jürgen Scheunemann, Thomas Reichardt.

Zahlreiche Ehrengäste verfolgten den Festakt in der ersten Reihe (von links): Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth, Landesjugendleiter Thomas Häfele, Ministerin für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Katrin Altpeter, Kreisbrandmeister Andreas Schmidt, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands Rems- Murr Georg Spinner, Beatrice Hertel, Leiterin des Ordungsamts Winnenden.

Am Samstag fand als Abschluss des Jugendfeuerwehrjubiläums die Delegiertenversammlung der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg im neuen Auditorium der Firma Kärcher statt.


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Blickpunkt_Ausgabe_2014_40.pdf