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Schwaikheim. Autos fahren langsam vorbei, Einwohner stehen vor dem Gebäude, sprechen leise, schütteln die Köpfe. Sie blicken auf verrußte Wände und durch gesprungene Scheiben auf die zerstörte Halle der Wäscherei Epple. Am schockierendsten sind die Folgen des Großbrands für den Eigentümer, auch wenn der schon wieder wäscht und reinigt.
Rainer Epple klingt gehetzt am Telefon, und erschüttert. Seit dem frühen Samstagmorgen beschäftigen ihn die Folgen des Feuers, das die Fabrikhalle seiner Wäscherei fast vollständig zerstört hat. „Es bricht was zusammen, doch wir haben es so weit gut verdaut.“ Einen Moment Stille, ein Seufzer und dann der Nachsatz: „Soweit es eben geht.“ Doch lange Zeit zum Nachtrauern bleibt nicht. Im Hintergrund hört man das Stampfen und Dampfen der Maschinen, denn der Reinigungsinhaber ist wie jeden Montagmorgen vollauf mit der Reinigung beschäftigt. Allerdings nicht in den eigenen Wänden. „Wir können zum Glück bei Partnerwäschereien arbeiten. Es gibt viel zu tun, denn wir wollen die Kunden trotz allem pünktlich beliefern.“ Der Betrieb läuft weiter. Die Kunden können sich an die Annahmestelle in der Bahnhofstraße wenden und die Reinigungsfirma unter der gewohnten Telefonnummer erreichen.
Die Versicherung kommt für die verbrannten Waren der Kunden auf
Denjenigen, deren Waren sich zum Zeitpunkt des Brandes in der Reinigung befanden, versichert Epple, dass der Schaden von der Versicherung erstattet wird. Das sei alles schon in die Wege geleitet. Doch wesentlich weiter kann der Wäschereiinhaber noch nicht planen, denn vieles ist noch unklar. Heute wird die Brandstelle von den Kriminaltechnikern der Waiblinger Kripo genauer untersucht und in den nächsten Tagen wird ein Sachverständiger der Versicherung den Brandort begutachten. Erst dann kann mehr über die Ursache des Großbrandes gesagt und das Ausmaß des Schadens beurteilt werden.
Der Pressesprecher der Polizei, Klaus Hinderer, weist darauf hin, dass es bisher keine Hinweise auf Brandstiftung gibt. Spezielle Spürhunde, die den Brandort nach dem Brand auf brandfördernde Mittel abgesucht haben, hätten nichts gefunden. Aber auch wenn Brandstiftung eher unwahrscheinlich erscheine, ermittle die Polizei in alle Richtungen. „Es gibt unzählig viele Möglichkeiten für die Entstehung eines Feuers in dem Betrieb, denn es wird ja mit Stoff gearbeitet und der ist leicht entzündbar“, sagt der Polizeisprecher.
Wenn es ein Kurzschluss sein sollte, dann gäbe es dafür klare Beweise, allerdings sei die Starkstromanlage offenbar ausgeschaltet gewesen. Wenn es keine offensichtliche Brandstiftung ist, sind meist technische Vorfälle die Ursache für solche Brände, erklärt Hinderer. Doch das könnten wirklich nur die Spezialisten beurteilen. Deshalb ist die Fabrik abgesperrt, denn auf dem Gelände darf bis zur Untersuchung nichts verändert werden.
Bis dahin sind Rainer Epple und seine Mitarbeiter froh, dass sie bei Kooperationspartnern weiterarbeiten und ihre Aufträge erfüllen können. Es geht zwar ein wenig drunter und drüber, sagen die Mitarbeiterinnen am Telefon, aber es geht auf jeden Fall weiter.
Quelle: ZVW Online
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 Die Ermittlungen nach dem Brand laufen (Foto: Bernhardt / ZVW) |
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