Schwaikheim. Brandstiftung schließt die Kripo aus, technischen Defekt ebenfalls. Ziemlich sicher wurde der Brand der Schwaikheimer Reinigung ausgelöst durch fettgetränkte Textilien, die sich selbst entzündet haben.
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In einer gemeinsamen Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Stuttgart und der Polizeidirektion Waiblingen vom Donnerstag heißt es: „Der Großbrand in einer Schwaikheimer Wäscherei am vergangenen Samstag, bei dem ein Schaden von circa einer Million Euro entstanden war, konnte abschließend nicht geklärt werden. Nachdem Brandsachverständige des Landeskriminalamtes und Kriminaltechniker der Polizeidirektion Waiblingen am Dienstag ihre Untersuchungen durchgeführt hatten, waren am Mittwoch Versicherungsgutachter am Brandort tätig. Beide Spezialisten-Teams sind sich sicher, dass weder Brandstiftung noch eine technische Ursache als Brandursache infrage kommen.“
Die Fachleute der Kripo und der Versicherung gehen unabhängig voneinander davon aus, dass mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit vermutlich mit Fett oder Öl verunreinigte Kleidungsstücke sich selbst entzündet haben und anschließend in Brand geraten sind. Dies wird auch durch verschiedene wissenschaftliche Erkenntnisse untermauert. „Allerdings wird diese wahrscheinliche Ursache nicht mehr 100-prozentig nachgewiesen werden können, da die Brandzehrung in dem Raum, in dem diese Kleidungsstücke gelagert wurden und auch der wahrscheinliche Brandausbruch war, keine genaueren Aufschlüsse zulässt.“
Die Hitze steigt nach dem Trocknen auf 147°C
In einem Modellversuch des Instituts für Schadenverhütung und Schadenforschung wurden mit Speisefetten und -ölen verunreinigte Lappen gewaschen, getrocknet und anschließend in einer Wanne gelagert. Betrug der Fettgehalt der Lappen vor dem Waschen 27,3 Prozent, so waren selbst nach dem Waschen noch 19,9 Prozent Fett enthalten. So wurde die Wäsche dann in den Trockner gegeben.
Unmittelbar nach der Entnahme aus dem Wäschetrockner betrug die Temperatur des Wäschstapels an einem Messpunkt in der Mitte 75°C. Sie stieg dann binnen 80 Minuten auf 147°C an. Innerhalb des Wäschestapels hatte eine Wärme erzeugende chemische Reaktion stattgefunden, erklären die Forscher. Diese wurde während des Trocknungsvorgangs initiiert und lief dann ohne Hinzufügen weiterer Aktivierungsenergie selbsttätig fort.
Ab etwa 130°C nahmen die Wissenschaftler brenzlichen Geruch sowie aufsteigenden weißen Rauch wahr. Der Versuch wurde nach 80 Minuten abgebrochen, um das Innere des Wäschestapels näher zu untersuchen: An einzelnen Lappen zeigten sich bereits Brandnester.
Quelle: ZVW Online
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 Die Reinigung Epple nach dem Brand: Wahrscheinlich haben sich fettgetränkte Textilien selbst entzündet. (Bild: ZVW; Bernhardt)  (Bild: ZVW; Bernhardt) |
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