Wäscherei abgebrannt

01.09.13 - 10:31 - Martin Frank
Die Wäscherei in der Dammstraße1 in Schwaikheim, Textilpflege Epple GmbH, ist in der Nacht zum Samstag abgebrannt. Das Gebäude wurde größtenteils zerstört. Bis am Samstagmorgen um 5 Uhr waren die Schwaikheimer Feuerwehrleute am Brandort und selbst danach blieben fünf Mann, um kleine Nachbrände zu löschen bis um 11.30 Uhr, wie Zugführer Dieter Rommel im Gespräch mit unserer Zeitung berichtete. Den ganzen Samstag über wird eine Brandwache bei der abgebrannten Textilreinigung bleiben.

Der Brand wurde mitten in der Nacht recht spät erst entdeckt. Nebenan in einen Wohn- und Betriebsgebäude wohnt eine Familie, die im Schlaf gar nichts von der Gefahr mitbekommen hatte, erst von der Feuerwehr geweckt wurde, schnell etwas anziehen konnte und dann sofort das Haus verlassen musste. Die Feuerwehr sicherte dann das Nachbarhaus gegen die Flammen und die Hitze aus der brennenden Wäscherei. Die Rettung gelang, die Situation für die Nachbarn war allerdings bedrohlich: Kunststoffrolläden schmolzen bereits, Kunststofffensterrahmen wurden weich und Fensterschreiben sprangen, bekamen lange Risse, platzten aber zum Glück nicht.

Glück im Unglück war, dass Autofahrer vom B14-Zubringer aus die Flammen im Industriegebiet gesehen und sofort die Feuerwehr alarmiert hatten. Schwaikheimer, Winnender und Fellbacher Feuerwehrleute rückten aus. Zunächst konnten die Feuerwehrleute gar nicht arbeiten. Ein Wachhund verteidigte den Brandort mit gefletschten Zähnen und lautem Gebell, bis ein Nachbar kam, der den Hund kannte und beruhigen konnte. Die Feuerwehr versuchte zu Beginn, in die brennende Fabrikhalle einzudringen, aber die Hitze war zu groß. Was sie noch bewältigten: Die Hausmeisterwohnung konnten sie durchsuchen und feststellen, dass niemand zu Hause war. In der Wohnung wohnt ein Mann mit seiner Tochter, die beide zurzeit in Urlaub in Baden-Württemberg sind. Die Wohnung ist durch den Brand verrußt und verraucht und vermutlich auch lange Zeit nicht mehr nutzbar. Wo Mann und Tochter nach der Rückkehr aus dem Urlaub unterkommen, ist unklar. Unklar ist im Augenblick auch, wie es mit der Textilreinigung Epple weitergeht. Hotels, Gaststätten und große Seniorenheime ließen Tisch- und Bettwäsche und Handtücher dort waschen. Vor dem verbrannten Gebäude stehen viele Container mit angesengten Tücherstapeln. Lieferwagen stehen da, völlig intakt, aber vorerst nicht nutzbar, weil die Autoschlüssel in der Fabrikhalle verbrannt sind. Ein Nachbar vermutet, dass der Brand im Schmutzwäscheeingangslager ausgebrochen ist und sich von dort durch die Betriebshalle mit den Reinigungsmaschinen durchgefressen hat bis auf die andere Seite, wo die Nachbarsfamilie in ihrem Haus ahnungslos geschlafen hatte.

Am Samstagmittag ist die Lage am Brandort ruhig. Ein teeriger, kalter Brandgeruch hängt in der Luft. Schwaikheimer schauen vorbei, und einer erzählt: Noch vor wenigen Monaten habe der Inhaber neue Maschinen angeschafft. Alles verbrannt.

Verletzt wurde nach ersten Informationen niemand. Der Schaden liege jedoch im sechs- bis siebenstelligen Bereich, so der Polizeiführer vom Dienst. Der Notruf bei der Polizei ging um 1.39 Uhr ein. Die Feuerwehren Schwaikheim und Winnenden waren mit 55 Mann und zehn Fahrzeugen im Einsatz und hielten mit allen verfügbaren Schläuchen drauf auf das Flammeninferno. "Feuer aus" wurde um 3.57 Uhr gemeldet. Im Laufe des Samstags werden Ermittler vor Ort, auch mit Brandmittelspürhunden, der Ursache für das Feuer nachspüren. Die Ursache ist noch unklar, heißt es.

Laut Angaben der Polizei brachte auch die Zusammenarbeit mit einem Brandmittelspürhund aus Reutlingen keine neuen Hinweise auf eine mögliche Brandursache. Zusammen mit der Staatsanwaltschaft Stuttgart wird am Montag (02.09.) über die Hinzuziehung eines Brandsachverständigen entschieden. Der Brandort wurde beschlagnahmt.

Quelle: ZVW Online

(Bild: ZVW; Benjamin Beytekin)

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