Feuerwehr-Kommandanten nehmen die Kameraden für die Aktivengewinnung in die Pflicht / Anforderungen steigen
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Winnenden. Die Aufgaben wachsen, die Anforderungen steigen, die Reihen lichten sich. So lässt sich der Jahresbericht 2012 des Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Winnenden auf den Punkt bringen.
Vorgetragen wurde er am Freitag auf der Jahreshauptversammlung in der Birkmannsweiler Halle von Helmut Schirmer, stellvertretend für den erkrankten Stadtbrandmeister und Kommandanten Harald Pflüger. Schirmer beschränkte sich allerdings nicht aufs Lamentieren, sondern wies die Wege, um sich diesen Herausforderungen zu stellen: „Die Fahrzeug- und Ausrüstungstechnik muss ständig diesen Entwicklungen angepasst werden. Dies wiederum fordert von allen Einsatzkräften eine Erweiterung ihres Ausbildungsstandes, was mit zusätzlichen Übungen verbunden ist. Die Geräte müssen von uns beherrscht werden. Ein schlechter Ausbildungsstand und unsichere Handhabung führen zu Gefahren und Unfällen.“
Reihen lichten sich: Zehn Aktive weniger als im Vorjahr
Größte Herausforderung in den nächsten Jahren, so Schirmer, sei aber „die Gewinnung von ehrenamtlichen Kameradinnen und Kameraden zu unserer Unterstützung“. Der demografische und gesellschaftliche Wandel werde sich zukünftig weiterhin negativ auf die Personalsituation auswirken. Abzulesen war dies bereits 2012 an der Zahl der aktiven Feuerwehrangehörigen: Sie verringerte sich gegenüber 2011 von 194 auf 184 (2005: 208 Aktive). Dem entgegenwirken solle eine groß angelegte Imagekampagne des Landesfeuerwehrverbandes, von der man sich die Sicherung des Fortbestandes der Freiwilligen Feuerwehren erhoffe. Darüber hinaus sei aber jeder Feuerwehrangehörige aufgefordert, „in seiner Familie, im Bekannten- und Freundeskreis, an der Arbeitsstelle, bei Nachbarn und bei allen sich bietenden Gelegenheiten für den Dienst in der Feuerwehr zu werben“. Feuerwehr sei nicht nur Männersache! Mädchen und Frauen sowie Mitbürger mit Migrationshintergrund seien willkommen. „Wir sind eine für alle offene Einrichtung und freuen uns über jeden Neuzugang“, betonte Schirmer.
Für Bürgermeister Norbert Sailer ist vor allem die neue Abteilung Buchenbach Beweis dafür, dass die Winnender Feuerwehr „richtig aufgestellt“ ist, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Er habe bei deren letzter Hauptversammlung eine aktive und engagierte Gemeinschaft erlebt, zu der die bisher vier Abteilungen Birkmannsweiler, Bürg, Hertmannsweiler und Höfen-Baach im neuen gemeinsamen Gerätehaus zusammengewachsen seien. In dieser Kameradschaft werde die Feuerwehrtradition der Stadtteile weiter gepflegt und entwickelt. Er erhoffe sich für die zukünftige Abteilung Zipfelbach eine ähnlich erfreuliche Entwicklung.
Der stellvertretende Kreisbrandmeister Daniel Köngeter gratulierte Winnenden dazu, dass es als Standort für eines der Katastrophenschutzfahrzeuge ausgewählt wurde, die vom Bund dem Rems-Murr-Kreis in Obhut gegeben wurden. Dies sei durchaus als Anerkennung der Leistungsbereitschaft und des Könnens der Winnender Wehr zu sehen. Er bedauerte, dass von den vier angekündigten Fahrzeugen tatsächlich nur drei im Landkreis stationiert wurden, die Auslieferung des vierten sei auf unbestimmte Zeit verschoben worden.
Ehrungen, Beförderungen, Neuaufnahmen
Im Rahmen der Jahreshauptversammlung wurden Thorsten Fossler, Julian Hartmann, Daniel Faigle, Christian Lukassek, Hartmut Greb, Siegfried Lorek und Mark Hohlmann als neue Mitglieder in der aktiven Wehr begrüßt.
Tim Himmel, Jasmin Wendland, Nikolaos Kakosimus sowie David Drieger sind neue Mitglieder der Jugendfeuerwehr.
Zu Feuerwehrleuten befördert wurden Sophia Amato, Sebastian Epple, Martin Frank, Nico Krammer, Stefan Luckert, Dominik Pflumm, Fabian Richter, Marc Schmidt, Florian Wesche, Christian Klein, Verena Koch und Tobias Mühlbach; zu Oberfeuerwehrleuten Sandra Layer, Christoph Distler, Christoph Hartmann, Andreas Löffler, Hendrik Kehl und Axel Schmied; zum Hauptfeuerwehrmann Tobias Distler; zum Oberlöschmeister Tobias Etzel und zum Hauptlöschmeister Gerd Hinderer.
Mit dem Feuerwehr-Ehrenzeichen in Gold und für 40 Jahre Feuerwehrdienst wurden Kurt Seitz und Martin Eichinger geehrt – die Bürgermedaille der Stadt Winnenden in Silber haben sie dafür bereits beim Neujahrsempfang erhalten. Mit dem Feuerwehr-Ehrenzeichen in Silber und der Bürgermedaille in Bronze für 25 Jahre wurden die Leistungen von Michael Pflüger und Albrecht Schurr anerkannt. Heinz Nachtigall wurde zum Ehrenmitglied ernannt, Rolf Betsch zum Ehrenkommandanten.
Quelle: Winnender Zeitung vom 28.01.2013
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 Der stellvertretende Kreisbrandmeister Daniel Köngeter war bei der Ehrung von Michael Pflüger, Martin Eichinger, Heinz Nachtigall und Rolf Betsch dabei (von links). (Bild: Steinemann, ZVW)  Neu im aktiven Dienst sind (und waren am Freitag in Birkmannsweiler anwesend), von links: Julian Hartmann, Thorsten Fossler, Pfarrer Hartmut Greb, Marc Hohlmayer. David Driegert ist unter anderen neues Mitglied in der Jugendfeuerwehr. Daniel Bahner ist Jugendfeuerwehr-Beauftragter, neben ihm steht der stellvertretende Gesamtkommandant Helmut Schirmer. (Bild: Steinemann, ZVW) |
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