Dach geflickt, Programm gestrickt

05.07.12 - 10:51 - Martin Frank
Sturmschäden beseitigt, jetzt freut sich die Stadt auf Besucher aus den Partnerstädten
Winnenden. Gestern haben die Feuerwehr und der Dachdeckerbetrieb Schwind die Dachschäden am historischen Torturm geflickt. Mit der Drehleiter fuhren die Mitarbeiter zum hoch gelegenen Arbeitsplatz. Die Lebensgefahr für Passanten durch herabfallende Ziegel ist nun gebannt. Für den Sturmfall während des Wochenendes arbeitet die Stadt an einem Sicherheitsplan.

Guckte man gestern Nachmittag auf der Seite eines Internet-Wetterdienstes, so könnte es am Freitagvormittag und am Sonntagvormittag regnen und gewittern. Von Starkwind keine Rede - und der Samstag verspricht sogar trocken zu bleiben. Alles unter Vorbehalt, schwüles Sommerwetter Anfang Juli kann besser, aber auch schlechter als gedacht ausfallen. Angst brauchen die Festbesucher nicht zu haben, meint Bürgermeister Norbert Sailer. „Feuerwehr und Polizei sind über die Rettungsleitstelle mit dem Wetterdienst verbunden, Stadtbrandmeister Pflüger wertet die Meldungen aus und warnt entsprechend.“ Kommt es zum Äußersten, werden Polizei und Feuerwehr die Leute warnen, „nicht der Bürgermeister im Mittelalterkostüm“, sagt Sailer und hofft, dass die Menschen dies dann auch ernst nehmen. Schutz wird man in Tiefgaragen suchen können – Genaues teilt die Stadt noch mit. „Aber wir wollen nichts dramatisieren, sonst bleiben noch die Gäste weg.“

Wer auf jeden Fall kommt, ist Besuch aus den Partnerstädten, sechs aus Santo Domingo de la Calzada (Spanien) und etwa 55 aus Albertville (Frankreich). Die spanische Delegation besteht aus zwei Gemeinderätinnen und drei Leuten, die die mittelalterliche Flöte spielen können und mit ihrer Gaita mehrere Auftritte beim Mädlesfest haben werden. Sie stellen sich mit den anderen Teilnehmern um 11 Uhr bereit, wenn auch das Mädlesfest beginnt, das Umzugsspiel beginnt nach jüngsten klärenden Angaben der Stadt um 11.30 Uhr und dauert etwa eine Stunde, es bewegt sich zwischen Marktplatz und einem eigens aufgebauten Stadttor an der unteren Marktstraße.

Franzosen reisen mit Esel an

Die meisten französischen Gäste werden das Schauspiel zur Festeröffnung verpassen, der Bus mit 22 Mitgliedern der Albertviller Stadtkapelle, der Feuerwehr, der Jugendmusikschule, des Partnerschaftsausschusses und anderen Vereinen kommt am Samstag gegen 14 Uhr an. Denkbar ist, dass um 17 Uhr die Harmonie municipale ein Spontankonzert gibt vor dem Bengelhaus.

Rot-Kreuz-Mitglieder fahren in einem eigenen Kleinbus, Partnerschaftspionier Georges Roches, der frühere Schulleiter, fliegt schon am Freitag. Einzig Nadette Gehant und ihr Mann werden am Umzug teilnehmen, und zwar zusammen mit einem besonderen Gast: Das Paar bringt seinen Esel mit, der Kost und Logis im Garten von Stadträtin Marie-Christine Sammet erhält. „Eine Gemeinderätin und Beigeordnete für Kultur und Gemeinschaftsleben vertritt die Kommune - mehr konnten nicht kommen, weil Albertville eine Etappe der Tour de France ist“, sagt Kurt Höpfer, Partnerschaftsbeauftragter der Stadt. Gleichwohl bereitet Winnenden allen ausländischen Gästen einen Empfang im Rathaus, am Sonntag gegen 11 Uhr, nach dem ökumenischen Gottesdienst. Am Sonntagnachmittag unternehmen die Gastgeber-Vereine etwas mit „ihren“ Franzosen.

Quelle: Winnender Zeitung vom 05.07.2012

Andreas Knapp von der Feuerwehr am Sturmloch. (Bild: Schmitzer, ZVW)


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Winnender_Zeitung_2012_07_05.pdf