Landrat bringt ein Geschenk des Innenministers

01.08.12 - 18:05 - Martin Frank
Neues für Katastrophen ausgerichtetes Löschgruppenfahrzeug steht in Winnenden, kommt aber auch anderswo zum Einsatz
Winnenden. Petrus ließ anlässlich der feierlichen Übergabe Sturm und Hochwasser ausbleiben: Das Katastrophenschutzfahrzeug, bezahlt vom Bundesinnenminister, konnte in der Sonne strahlend an seinem neuen Standort Feuerwache Winnenden Mitte übergeben werden.

Landrat Johannes Fuchs war der Überbringer des symbolischen Schlüssels und erklärender Worte. Der Termin kam erst jetzt zustande, das Löschgruppenfahrzeug steht schon seit 20. Mai in der Obhut der Winnender Wehr und leistete beim Unwetter vom 30. Juni seine Dienste.

„Das Wetter schlägt immer mehr Kapriolen, es wurden neue Strategien zum Schutz der Bevölkerung aus der Taufe gehoben.“ Vor fünf Jahren, schilderte Fuchs in seiner Ansprache vor Feuerwehrleuten, beschloss der Bund, an 190 Standorten in ganz Deutschland neue Fahrzeuge zu verteilen. Vier davon befinden sich im Rems-Murr-Kreis. Winterbach, Murrhardt und Winnenden sind ausgestattet, Welzheim fehlt noch.

Aufgrund der strategischen Lage hat Winnenden den Zuschlag durch den Kreisbrandmeister Andreas Schmidt bekommen, aber auch aufgrund der vielen, für die Bedienung eines solchen Fahrzeugs qualifizierten Feuerwehrleute. „Sie leisten ja bereits einen wertvollen Dienst für den Rems-Murr-Kreis.“ Etwa 20 sind beim Gefahrgutzug dabei, was eine monatliche Zusatzübung bedeutet. „Und sie geben Überlandhilfe – eine ideale Kombination für Großschadenslagen“, meinte Fuchs, Solidarität und Einsatzbereitschaft der Winnender weiter preisend. Sollte es mal wieder einen Heidebrand geben wie in den 70er Jahren bei Lüneburg, die Hilfe der Wehren mit den neuen Fahrzeugen und ihren qualifizierten Leuten würde wieder angefordert.

Für den Katastrophenschutz ist der Wagen geländegängig bereift und mit Allrad ausgestattet. Hinter den silbernen Rollläden verbergen sich einige Besonderheiten: 600 Meter Schlauch sind hinten so aufgerollt, dass sie während der langsamen Fahrt abgewickelt werden können, das spart Zeit, erläutert Kreisbrandmeister Andreas Schmidt. Ein Stromerzeuger und Vorräte mit Schaummittel, das mit Wasser gemischt brennenden Flüssigkeiten den Garaus macht, befinden sich an Bord. Während der Fahrt können zwei Feuerwehrleute Atemschutzgeräte anlegen und sind nach ein bis zwei Minuten einsatzbereit. Die fest eingebaute Pumpe fördert 2000 Liter Wasser pro Minute, die mobile Tragkraftspritze 1500 Liter. „Die Pumpenschlagkraft lässt sich sehen“, outete sich Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth als Fachmann, habe er doch zwölf Jahre beim Technischen Hilfswerk in Backnang mitgemacht, statt seinen Wehrdienst zu leisten.

Gekostet hat der „rote Riese“ 250 000 Euro, und er darf nicht als Ersatz für ein kommunales Feuerwehrfahrzeug herhalten. Gleichwohl darf das Auto, mit dem neun Feuerwehrleute zum Unglücksort fahren können, auch für örtliche Brände und Hochwasser eingesetzt werden. „Die Lücke unseres verunglückten Fahrzeugs muss noch geschlossen werden“, betonte Holzwarth in Richtung einiger ebenfalls anwesender Gemeinderäte (wir haben am 19. Juli berichtet).

Quelle: Winnender Zeitung vom 01.08.2012

Stadtbrandmeister Harald Pflüger, Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth, Landrat Johannes Fuchs und Kreisbrandmeister Andreas Schmidt (von links) bei der Übergabe des neuen Löschgruppenfahrzeugs für den Katastrophenschutz – mit freundlichen Grüßen vom Zahlmeister, dem Bundesinnenminister. (Bild: Büttner, ZVW)


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